Schnatterente

Schnatterenten Paar (Weibchen und Männchen) auf Gewässer nach links schwimmend.

© H.-J.Fünfstück/www.5erls-naturfotos.de

Schnatterenten sind in Bayern als Brutvögel sowie im Herbst und Winter als Durchzügler und Wintergäste anzutreffen. Das Gefieder der Weibchen ähnelt dem Stockentenweibchen, die Schnatterenten sind allerdings etwas kleiner und schlanker. Bei der Nahrungsaufnahme von der Wasseroberfläche äußert die Schwimmentenart ein charakteristisches „Schnattern“, welches namensgebend für die Art war.

Erscheinungsbild

männliche Schnatterente schwimmt auf Gewässer
Im Flug ist neben der schlankeren Gestalt der weißliche Bauch das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu den größeren Stockenten. Auf den Flügeln tragen Schnatterenten einen „zuckerwürfelförmigen“, weißen Spiegel. Im Prachtkleid zeigt sich ein deutlicher Unterschied im Gefieder zwischen Erpel und Enten. Aus der Nähe betrachtet fällt beim Erpel ein „Schuppenmuster“ aus zarten Grautönen an Kopf, Hals und Brust auf. Aus der Entfernung wirken die Erpel mit ihrem gräulichen Körpergefieder und dem schwarzen Hinterleib eher unauffällig. Ihr Schnabel ist schwarz, bei den Weibchen ist dieser hingegen dunkel und orange umrandet. Die Beine (Ständer) beider Geschlechter sind auffällig orange-gelb gefärbt. Die Federn der Weibchen sind bräunlich und hell umrandet. Der Kopf der Weibchen ist insgesamt heller als das der Erpel. In den etwas kontrastärmeren Schlichtkleidern sind die Unterschiede der Geschlechter weniger stark ausgeprägt.

Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Anas strepera
  • Gewicht: 850 – 990 g, Erpel etwas schwerer als Enten
  • Größe: 46 – 58 cm, Flügelspannweite 84 – 95 cm
  • Alter: bis ca. 22 Jahre
  • Geschlechterunterschied: unterschiedliche Prachtkleider, Erpel mit gräulichem Körpergefieder, Enten bräunlich
  • Gelege: 8 – 12 Eier, ein Gelege pro Jahr; Nachgelege bei frühem Verlust des ersten Geleges

Die Stimme der Schnatterente

Schnatterenten quaken tief, kurz und mechanisch "ährp". Während der Balzzeit lassen sie pfeifende "pjii"- Töne verlauten. Hören Sie hier das typische Quaken der Schnatterente:

Autor: Frommolt, Karl-Heinz / Tierstimmenarchiv Berlin

Schnatterenten in Bayern

Schnatterenten sind in Bayern nicht nur als Brutvögel, sondern auch als Mausergäste, Durchzügler und Wintergäste anzutreffen. Der Brutbestand wird auf 440 bis 700 Paare geschätzt. Schnatterenten brüten in den Weiherlandschaften Mittelfrankens und der Oberpfalz, wie in Aischgrund, Rußweihergebiet und Charlottenhofer Weihergebiet. In Südbayern brütet die Art an den großen Voralpenseen, im Ismaninger Teichgebiet sowie in verschiedenen Donauabschnitten mit Altwässern.
Zur Mauserzeit im Juli und August fliegen auch aus anderen Regionen Schnatterenten nach Bayern, um gemeinsam auf den großen Seen zu Mausern. Die wichtigsten Gewässer für die Mauser sind neben dem Ismaninger Teichgebiet das mittelfränkische Weihergebiet und die mittleren Isarstauseen.
Zur Überwinterung in Bayern finden sich Schnatterenten in großer Zahl im Ismaninger Teichgebiet, am Chiemsee, verschiedenen Stauseen und dem Rötelweihergebiet ein.
Rastende Schnatterenten nutzen auf dem Herbst- und Frühjahrszug unter anderem die Voralpenseen, sowie die Auen und Altarme von Donau, Lech, Isar und Inn, um ihre Reserven wieder aufzufüllen, zu fressen und zu rasten.

Fundortkarte der Schnatterente des LfU Externer Link

Lebensraum und Lebensweise

Gewässer mit Ufervegetation bei RegenZoombild vorhanden

© Heither, Hannah

Schnatterenten kommen an flachen, stehenden und langsam fließenden Gewässern vor. Bevorzugt werden nährstoffreiche Gewässer mit Schwimmpflanzen und vegetationsreichen Ufergürteln wie Röhrichten und Sumpfpflanzen. Die tag- und nachtaktive Entenart ist häufig gesellig und in kleinen Grüppchen anzutreffen. Während der Brutzeit sind Schnatterenten insbesondere in der Dämmerung aktiv.

Schnatterenten leben in monogamen Saisonehen zusammen. Sie sind Bodenbrüter und legen ihre Nester meist einzeln, manchmal auch fast kolonieartig mit geringem Abstand nebeneinander an. Die Weibchen bauen das Nest auf trockenem Untergrund in dichter Vegetation. Dazu wird unweit des Wassers eine Mulde mit Pflanzenmaterial angelegt. Das Ausbrüten der Eier übernehmen ebenfalls ausschließlich die Weibchen. Innerhalb von 24 bis 26 Tagen brüten sie acht bis zwölf Eier aus. Nach dem Schlüpfen der Küken im Juni/ August dauert es 45 bis 50 Tage bevor die jungen Vögel flugfähig und selbstständig werden. Es kann auch vorkommen, dass die Mutter die Jungen schon vorher verlässt.

Ernährung

Als Nahrung bevorzugen Schnatterenten Wasserpflanzen, Gräser und Riedgräser. Kleine im Wasser lebende wirbellose Tiere wie Weichtiere, Wasserinsekten, Käfer und Fische stellen nur einen kleinen Teil des Speiseplans dar. Die Nahrung wird vor allem mit dem Schnabel von der Wasseroberfläche aufgenommen. Dabei entsteht das charakteristische „Schnattern“, welches der Entenart ihren Namen verliehen hat. Ein Teil der Nahrung wird „gründelnd“ gesucht, dafür tauchen die Enten mit dem Kopf und Oberkörper unter Wasser und nehmen die Nahrung mit dem Schnabel auf.

Schnatterenten im Jahresverlauf

Der Zeitraum der Eiablage erstreckt sich von Anfang Mai bis in den Juni und die Jungenaufzucht ist häufig erst Ende August abgeschlossen. In den Monaten Juli bis September wechseln die Erpel der Schnatterenten ein Großteil ihres Gefieders, bei den Weibchen beginnt die Mauser erst später, da sie noch mit der Jungenaufzucht beschäftigt sind und dauert häufig bis in den Oktober an. Innerhalb dieser Zeit sind beide Geschlechter für rund vier Wochen flugunfähig. Ab Oktober fliegen Schnatterenten in ihre Überwinterungsgebiete, aus denen sie erst im März/ April an die Brutgewässer zurückkehren.

Jahresverlauf der Schnatterente

Jagdliche Begriffe

Unter Jägern haben sich für bestimmte Aktivitäten, Körpermerkmale oder Verhaltensweisen spezielle Begriffe eingebürgert. Einige davon sind hier aufgefüh:

  • Erpel: männliches Tier
  • Ente: weibliches Tier
  • Junge: Küken
  • Schof: Familienverband
  • Ständer: Beine
  • Latschen: Füße
  • Bürzel: Schwanz
  • Prachtkleid: farbenfrohes, auffallendes Gefieder des Erpels im Winterhalbjahr bis zur Balz
  • Schlichtkleid: Weniger auffallendes Federkleid des Erpels nach der Balz im Frühjahr bis zum Spätsommer
  • Großgefieder: Schwungfedern des Flügels und Steuerfedern des Schwanzes
  • Kleingefieder: Federn, die der Körperbedeckung dienen
  • Mauser: Gefiederwechsel
  • einfallen: wassern oder landen
  • aufstehen: auffliegen

Jagd und Management

Die Schnatterente unterliegt gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 2 des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) dem Jagdrecht. Es besteht jedoch eine ganzjährige Schonzeit.
Die illegale Tötung eines ganzjährig geschonten Wildtieres stellt eine Straftat nach § 38 Abs.1 Nr.2 des Bundesjagdgesetzes dar.
zwei männliche Löffelenten auf Gewässer nach links schwimmend
Informieren Sie sich im Wildtierportal Bayern über eine weitere interessante Entenart - die Löffelente.