ASP - Afrikanische Schweinepest

Zwei Wildschweine begegnen sich im Wald

© Vornehm R.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Viruserkrankung und kommt ausschließlich bei Haus- und Wildschweinen vor. Sie führt zu schweren Symptomen und verläuft in den meisten Fällen tödlich. Im Gegensatz zur klassischen Schweinepest gibt es für die ASP bisher keinen Impfstoff. Die ASP ist auf Menschen nicht übertragbar und auch vom Fleisch-Verzehr geht keine gesundheitliche Gefahr aus.
Im September 2020 ist die Tierseuch erstmalig in Deutschland nachgewiesen worden. Neben Brandenburg sind auch die Bundesländer Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz von ASP-Fällen betroffen. Neue Fälle werden überwiegend bei Wildschweinen gemeldet. Aber auch Hausschweinbestände waren bereits von einem Ausbruch betroffen.

Die Afrikanische Schweinepest in Deutschland

Der große ASP-Seuchenherd in Sachsen liegt überwiegend im Landkreis Görlitz und grenzt an das Seuchengeschehen in Brandenburg an. Somit liegen die Fälle direkt an der deutsch-polnischen Grenze und schließen sich an das große Seuchengeschehen in Westpolen an.
Trotz der Entfernung zu Bayern, kann die ASP jederzeit nach Bayern eingeschleppt werden. Besonders die unbeabsichtigte Verbringung des Virus durch den Menschen, z. B. durch unachtsam weggeworfene, kontaminierte Nahrungsmittel stellt ein großes Risiko dar. Bei der weiteren Verbreitung ist die Schwarzwilddichte ein bedeutender Faktor. Daher trägt die Jägerschaft bei der Seuchenprävention eine große Verantwortung.

Auf Bayern hat der ASP-Ausbruch unmittelbar keine tierseuchenrechtlichen Auswirkungen. Mit dem Ausbruch hat Deutschland allerdings den Status ASP-Frei verloren, was auch den bayerischen Markt für Schweinefleisch vor große Herausforderungen stellt. Um weiteren Schaden abzuwenden und Tierleid zu vermeiden, ist es daher wichtig, dass die weitere Verbreitung oder ein Eintrag in die Hausschweinebestände verhindert wird. Dazu sind auch jagdliche Präventionsmaßnahmen unumgänglich.

Bayern ist für einen eventuellen ASP-Ausbruch gut gerüstet und hat frühzeitig entsprechende Präventionsmaßnahmen eingeleitet. Mit dem aktualisierten Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Reduktion von Schwarzwild werden der Jägerschaft effiziente Mittel zur Bejagung von Wildschweinen an die Hand gegeben. So sind für die Jäger der Einsatz von Nachtsichttechnik und die Fangjagd deutlich unbürokratischer möglich. Die seit Jahrzehnten bayernweit ansteigenden Strecken zeigen, dass die zur Verfügung gestellten Werkzeuge zur Schwarzwildreduktion wirksam sind und dass die Jägerschaft ihre Verantwortung für den ländlichen Raum und das Tierwohl ernst nimmt.
Im Falle eines Seuchenausbruchs leitet das zuständige Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz auf Grundlage des Rahmenplans Afrikanische Schweinepest notwendige Maßnahmen ein.

Aktuelle Informationen zum Seuchengeschehen sind auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Instituts zu finden.

Friedrich-Loeffler-Institut Externer Link

Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Reduktion von Schwarzwild

Screenshot Maßnahmenpaket Schwarzwild März 2020

© StMELF

Angesichts der heranrückenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) baut Staatsministerin Michaela Kaniber die jagdlichen Präventivmaßnahmen in Bayern aus. Mit dem neuen Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Reduktion von Schwarzwild werden den bayerischen Jägerinnen und Jägern noch effizientere Mittel zur Bejagung der Wildschweinbestände zur Verfügung gestellt. 

Maßnahmenpaket Schwarzwild pdf 325 KB

Ausbreitungskarten Afrikanische Schweinepest

Ausbruchskarte der Afrikanischen Schweinepest vom 10.07.2024. (© FLI)

© FLI

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) zeigt als eine Virusinfektion ein typisches Seuchengeschehen bei Haus- und Wildschweine, dessen dynamischer und sprunghafter Ausbreitungsverlauf in Osteuropa anhand des Kartenmaterials besonders gut nachzuvollziehen ist. Durch die sprunghafte Ausbreitung der ASP an die deutsch-polnische Grenze ist Bayern nun ebenfalls näher an das Seuchengeschehen herangerückt.  Mehr

Fakten und FAQ zur Afrikanischen Schweinepest

ein grüner Würfel mit einem weißen Fragezeichen und eine roter Würfel mit einem weißen Ausrufezeichen

© Tony Hegewald/Pixelio.de

Ist die Seuche auf den Menschen übertragbar? Wie verbreitet sich das Virus? Kann ich noch Fleisch von Wildschweinen essen? Diese und viele weitere Fragen werden hier beantwortet.  Mehr

Aufwandsentschädigung für ASP-Monitoring

Bache

© Wolfgang Kruck-Fotolia.com

Das Fallwildmonitoring ASP hat sich als Frühwarnsystem bewährt. Für die Beprobung verendet aufgefundener, auffällig erlegter und verunfallter Wildschweine wird eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 20 € gewährt.  Mehr

Aufwandsentschädigung für das Erlegen von Schwarzwild

ein Wildschwein steht im Schnee.

© Janko, C.

Der Ministerrat hat auf Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) ein Anreizprogramm für die bayerische Jägerschaft beschlossen.   Mehr

Jagdlicher Einsatz von Nachtsichttechnik

Nachtsichtgerät

© BLKA

Auf Initiative von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Innenminister Joachim Herrmann ist mit Inkrafttreten des Dritten Waffenrechtsänderungsgesetzes das waffenrechtliche Verbot von Nachtsichtvor- und Nachtsichtaufsatzgeräten für jagdliche Zwecke entfallen.  Mehr

Änderung der Verordnung über die Jagdzeiten

Keiler im SchneeZoombild vorhanden

© Wolfgang Kruck-Fotolia.com

Am 13. März 2018 wurde im Bundesgesetzblatt die Verordnung zur Änderung der Schweinepest-Verordnung und der Verordnung über die Jagdzeiten vom 7. März 2018 veröffentlicht. Die Verordnung tritt am 14.03.2018 in Kraft. Mit dieser Änderung wird u.a. eine ganzjährige Jagdzeit für Schwarzwild eingeführt. Auch bei ganzjähriger Jagdzeit für alles Schwarzwild bleibt der im Bundesjagdgesetz verankerte Elterntierschutz ganzjährig erhalten.

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Die Population der Wildschweine hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Meldungen an die Jagdbehörden zeigen auch, dass es in Bayern kaum Gebiete gibt, in denen es noch nicht gesehen wurde. Für die starke Vermehrung gibt es mehrere Ursachen. Mehr