Lebensraumnutzung des Rehwilds

Vier Rehe im Winter. Weibliche und männliche Rehe bilden eine Gruppe, einen sogenannten Sprung

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Das jahreszeitliche Verhalten unserer Rehe hängt von vielen Faktoren ab und ist für fast jedes Revier individuell ausgeprägt. Das Reh kann sich sehr gut an die Gegebenheiten anpassen. Diese können natürlichen Ursprungs sein wie zum Beispiel durch Witterung, Nahrungsqualität und -quantität, oder menschlich bedingt, zum Beispiel durch Freizeitverhalten oder die Jagd.

Zusammenfassung des Artikels

Rehe wandern innerhalb ihres Streifgebiets. Je ausgeprägter die Witterungsunterschiede im Jahresverlauf sind, das heißt je extremer der Unterschied zwischen Sommer und Winter ausfällt, zum Beispiel in den Alpen, desto wahrscheinlicher wandern die Rehe zwischen Sommer- und Wintereinständen.
Der halbjährliche Wechsel hat einige Vorteile, er führt zu einer Herabsetzung der Populationsdichte – und entlastet somit die Nahrungsquellen. Für Beutegreifer wird eine Bejagung des Rehwildes damit ebenfalls erschwert.
Der Wechsel von Böcken und Geißen in die Sommereinstände findet weitestgehend zeitgleich statt. Im Herbst hingegen nehmen die Geißen als erste die Wintereinstände an.

Theoretische Einführung in die Raumnutzung von Wildtieren

Die Raumnutzung von Wildtieren wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst.
In der Regel ist die Nahrung, welche in ausreichender Menge und Qualität vorhanden sein muss, die wichtigste Einflussgröße. Neben dem Nahrungsbedarf der Wildtiere wird ihre Lebensraumnutzung aber auch von verschiedenen anderen Faktoren wie Konkurrenz mit anderen Arten, sozialen Bedürfnissen, Raubtieren, Regelung der Körpertemperatur, und menschlichen Störungen (zum Beispiel Erholungsnutzung, Jagd) bestimmt.
Die Untersuchung des Raumnutzungsverhaltens von Wildarten stellt eine wichtige Grundlage für ein innovatives Wildtiermanagement dar. So ist es wichtig zu verstehen, wie Wildtiere im Raum verteilt sind und wie sich ihre Bewegungsmuster in Abhängigkeit von bestimmten Faktoren verändern.

Räumlich wird im klassischen Sinne zwischen vier Maßstabsebenen der Lebensraumnutzung unterschieden (Johnson 1980):

  • Die erste Ebene bestimmt das gesamte Verbreitungsgebiet einer Art (geographic range).
  • Die zweite Ebene betrifft die Wahl eines Streifgebiets innerhalb der Landschaft (landscape scale).
  • Die dritte Ebene betrifft die Raumnutzung innerhalb eines Streifgebiets (homerange scale).
  • Die vierte Ebene beschreibt die Wahl einzelner, sehr spezifischer Komponenten innerhalb des Streifgebiets, wie zum Beispiel Äsungs- oder Setzplätze.
Ein Wildtier muss zwischen der Aufnahme hochwertiger Nahrung, Gefahren durch Raubtiere oder Parasiten und einem optimalen Sozialverhalten abwägen. Auf allen Ebenen dominieren verschiedene Faktoren. Wildtiere versuchen diese zu optimieren, um die besten Bedingungen für die eigene Vermehrung zu erhalten (Senft et al. 1987, Wiens 1989). Letztendlich ist das Ziel eines jeden Wildtieres, seine Fitness zu maximieren. Hier ist jedoch nicht die Sportlichkeit gemeint, sondern die Fitness im biologischen Sinn: englisch "fitness" heißt auf deutsch "Tauglichkeit". Darunter verstehen wir so oft wie möglich die eigenen Gene an zukünftige Generationen weitergeben zu können.

Raumnutzung von Rehen

Im Folgenden soll die Raumnutzung von Rehen auf verschiedenen Ebenen betrachtet und die vielschichtigen interagierenden Faktoren, wie Nahrungssuche und Sozialverhalten, exemplarisch an einigen interessanten Bewegungsmustern dargestellt werden.
Rehe werden als Laubfresser (browser) mit einem breiten Nahrungsspektrum klassifiziert (Hofmann 1989, Duncan et al. 1998). Auf Grund ihrer kleinen Körpergröße ist insbesondere die Aufnahme von Nahrung mit hohem Rohproteingehalt und guter Verdaulichkeit wichtig. Wie alle anderen Arten wählt aber auch das Rehwild seinen Aufenthaltsort nicht nur aufgrund der Menge und Qualität der Nahrung aus.
Das Rehwild wechselt im Jahresverlauf zwischen zwei Phasen, zu welchen sich der Organismus und das Verhalten ändern: die Fortpflanzungsphase im Frühjahr, wenn das Rehwild überwiegend einzeln oder, je nach Habitat, in kleinen Gruppen vorkommt. Während dieser Zeit sind die Böcke in der Regel territorial, was das Rehwild von allen anderen einheimischen Schalenwildarten unterscheidet.
Im Herbst und Winter (Winterphase) schließt sich das Rehwild dagegen zu Gruppen verschiedener Größe zusammen (Hewison et al. 1998). Die genannten Eigenschaften zu den Nahrungsbedürfnissen und dem Sozialverhalten bestimmen somit das Raumnutzungsverhalten von Rehen.
Rehen wird häufig eine hohe Standorttreue zugesprochen. Jedoch ist diese Art in vielerlei Hinsicht sehr anpassungsfähig.
Je nach Habitat zeigt das Rehwild eine enorme "Plastizität". In der Biologie spricht man hier von einer hohen "phänotypischen Plastizität". Darunter verstehen wir die Fähigkeit eines Lebewesens, sich optimal an die jeweiligen Bedingungen anzupassen. Dies kann zum Beispiel durch eine Veränderung morphologischer, die Gestalt des Lebenwesens betreffend, oder physiologischer Merkmale, den Organismus bestreffend, oder auch Verhaltensweisen erfolgen.
Diese Anpassungsfähigkeit des Rehwildes zeigt sich unter anderem in der Unterschiedlichkeit der Bewegungsmuster in verschiedenen Lebensräumen (Peters 2015). Viele dieser Bewegungsmuster wurden erst durch die GPS Satellitentelemetrie erforscht.

Untersuchung der Raumnutzung mittels Satellitentelemetrie

Die Satellitentelemetrie ermöglicht einen sehr detaillierten Einblick in die Lebensweise von Wildtieren und es können auch für scheue Arten sehr viele Positionsdaten gesammelt werden (Cagnacci et al. 2010). Diese Daten ermöglichen Untersuchungen von verhaltensbiologischen Prozessen einzelner Tiere bis hin zur Ökologie von Populationen und zeigen auch die Einflüsse von Managementmaßnahmen auf.
Die folgenden Ergebnisse stammen zu einem großen Teil aus Publikationen, welche im Rahmen des Eurodeer-Projekts entstanden sind.
Das Eurodeer-Projekt besteht aus mehr als 30 Forschungsgruppen in ganz Europa. Den Kern des Projektes bildet eine gemeinsame Datenbank, welche sowohl telemetrische Positionsdaten also auch Informationen zu den Individuen, Populationen und den Lebensräumen beinhaltet. So können verschiedenste Fragestellungen über Regionen mit unterschiedlichen Lebensräumen und deren Einfluss auf die Raumnutzung untersucht werden.

Projekt Eurodeer Externer Link

Migration: saisonale Wanderungen zwischen Sommer- und Winterstreifgebiet

Wanderungen sind nichts Ungewöhnliches
Die meisten Menschen werden bei dem Wort Migration an die großen Massenwanderungen von Zebras, Antilopen, Gnus und Thomson Gazellen denken. Bei diesen langen Wanderungen von über 500 Kilometern ziehen die Tiere jedes Jahr durch die Serengeti und die Masai Mara auf den Spuren eines besseren Nahrungsangebots.
Interessanterweise sind auch bei unseren Schalenwildarten solche Wanderungen zwischen saisonalen Streifgebieten nichts Ungewöhnliches. Die saisonale Migration stellt im Grunde eine Form der Lebensraumnutzung innerhalb des Streifgebiets (Raumnutzung der zweiten Ebene) eines Individuums dar.
So nutzt es innerhalb seines Streifgebiets verschiedene, räumlich und zeitlich getrennte Sommer- und Wintereinstände. Insbesondere eine hohe Saisonalität des Lebensraums, wie zum Beispiel in alpinen Gebieten, bringt periodische Engpässe mit sich. Es fällt Schalenwildarten in solchen topographisch und klimatisch anspruchsvollen Lebensräumen oftmals schwer, ihre Nahrungsbedürfnisse in der kalten Jahreszeit zu stillen. Zunehmende Schneehöhen können den Zugang zur Nahrung verhindern und auch die Fortbewegung und die Thermoregulation von Schalenwild beeinträchtigen (Cagnacci et al. 2011). Je nachdem wie stark diese Engpässe ausgeprägt sind und wie hoch die Vorhersagbarkeit der Saisonalität von Jahr zu Jahr ist, treten saisonale Wanderungen und verschiedene Übergangsformen auf (Mueller et al. 2011).

Zusammenhang zwischen Saisonalität eines Lebensraumes und der Vorhersagbarkeit der Saisonaliät zwischen den Jahren und dem Gradienten von Bewegungsmustern innerhalb einer Population. Die roten Punkte und Linien stehen für Positionsdaten und Streifgebiete im Sommer und die blauen Punkte und Linien stehen für den Winter. Die Punkte sind entlang von xy-Koordinaten dargestellt. Mit zunehmender Saisonalität und Vorhersagbarkeit dieser nimmt der Anteil von migrierenden oder wandernden Tieren innerhalb der Population in der Regel zu.

Abbildung oben: Zusammenhang zwischen Saisonalität eines Lebensraumes und der Vorhersagbarkeit der Saisonaliät zwischen den Jahren und dem Gradienten von Bewegungsmustern innerhalb einer Population. Die roten Punkte und Linien stehen für Positionsdaten und Streifgebiete im Sommer und die blauen Punkte und Linien stehen für den Winter. Die Punkte sind entlang von xy-Koordinaten dargestellt. Mit zunehmender Saisonalität und Vorhersagbarkeit dieser nimmt der Anteil von migrierenden oder wandernden Tieren innerhalb der Population in der Regel zu.
Residente und migrierende Tiere
Bei den meisten Schalenwildarten wandert nur ein Teil der Population zwischen Winter- und Sommereinständen (partial migration) (Fryxell et al. 1988). Innerhalb der gleichen Population können also residente Tiere, welche Winter und Sommer in dem gleichen Gebiet verbringen, und migrierende Tiere, welche räumlich getrennte Winter- und Sommerstreifgebiete nutzen, vorkommen.
Es wird angenommen, dass die Schwierigkteiten der langen Wanderbewegungen der Tiere vom Wintereinstand zum Sommereinstand durch eine höhere und länger andauernde Äsungsqualität im Sommereinstandsgebiet kompensiert werden (forage maturation hypothesis; Hebblewhite et al. 2008).
Weitere Vorteile, welche sich wandernde gegenüber standorttreuen Tieren verschaffen könnten, sind geringere Vorkommen von Raubtieren (Fryxell and Sinclair 1988) und Parasiten (Folstad et al. 1991).
Die genannten Faktoren stehen in vielfältigen Wechselwirkungen mit der Populationsdichte (Kaitala et al. 1993, Mysterud et al. 2011) und der klimatischen Veränderunge des Lebensraums (Jonzén et al. 2011). Das Wanderverhalten und deren beeinflussenden Faktoren sind besonders interessante Aspekte der Raumnutzung von Wildtieren.

Wanderungen von Rehen im Jahresverlauf

Im Rahmen des Eurodeer-Projektes wurden beim Rehwild deutliche Unterschiede in der Migrationswahrscheinlichkeit festgestellt (Peters 2015)
So gibt es beim Rehwild Individuen, welche klassische Wanderungen oder Migrationen mit klaren Trennungen von Sommer- und Winterstreifgebiet durchführen. Aber es gibt auch viele Individuen, welche zwischen Sommer- und Winterstreifgebiet pendeln oder noch weitere Streifgebiete haben. Das Bild zeigt, dass es große Unterschiede zwischen den Populationen hinsichtlich ihrer Migrationswahrscheinlichkeit und des Zeitpunkts gibt. So wandern zum Beispiel in Frankreich erwartungsgemäß weniger Rehe zwischen den Winter- und Sommereinständen. In harschen Klimabedingungen wie den Alpen oder im hohen Norden migrieren dagegen mehr Rehe. Die höchste Migrationswahrscheinlichkeit wurde in einem Gebiet in den Dolomiten (Italien – Alpen) festgestellt. Hier waren nur etwa 30 Prozent aller Rehe resident.

Die Abbildungen zeigen den Anteil der migrierenden GPS-telemetrierten Tiere in jedem Untersuchungsgebiet. Zum Beispiel sieht man in der linken Grafik, dass am Anfang des Jahres noch alle Rehe in ihrem Winterstreifgebiet sind. Nach und nach wandern Tiere der einzelnen Populationen ab, um in ihre Sommerstreifgebiete zu ziehen. In keiner Population wandern alle Tiere und auch in der Italienischen Population mit den meisten migrierenden Rehen sind ca. 30% der Rehe resident. Neben dem Anteil der migrierenden Tiere zeigen die Grafiken also auch die Zeit-punkte der Migration im Jahresverlauf. Die Abbildung auf der linken Seite zeigt die Migrationszeit-punkte der Rehe im Frühjahr und die rechte Grafik zeigt den Migrationszeitpunkt im Herbst.

Abbildung oben: Die Abbildungen zeigen den Anteil der migrierenden GPS-telemetrierten Tiere in jedem Untersuchungsgebiet. Zum Beispiel sieht man in der linken Grafik, dass am Anfang des Jahres noch alle Rehe in ihrem Winterstreifgebiet sind. Nach und nach wandern Tiere der einzelnen Populationen ab, um in ihre Sommerstreifgebiete zu ziehen. In keiner Population wandern alle Tiere und auch in der Italienischen Population mit den meisten migrierenden Rehen sind ca. 30 % der Rehe resident. Neben dem Anteil der migrierenden Tiere zeigen die Grafiken also auch die Zeitpunkte der Migration im Jahresverlauf. Die Abbildung auf der linken Seite zeigt die Migrationszeitpunkte der Rehe im Frühjahr und die rechte Grafik zeigt den Migrationszeitpunkt im Herbst.
Wanderungen im Frühjahr und Winter
Im Frühjahr wird der Zeitpunkt der Wanderung von der Schneeschmelze und dem damit einhergehenden Vegetationswachstum bestimmt (Bischof et al. 2012). Die Wanderung vom Sommer- zum Wintereinstand wird von abnehmender Lebensraumqualität aufgrund von ansteigenden Schneehöhen, aber auch von menschlichen Einflüssen, wie dem Einsetzen der Jagdsaison, bestimmt (Rivrud et al. 2016). Die Wechselwirkungen aller Faktoren müssen für jedes Studiengebiet erforscht werden, um sie zu verstehen und Managementmaßnahmen ableiten zu können. So zeigt das Bild auch, dass der Wanderungszeitpunkt, dargestellt als treppenartige Abnahme der Tiere im Winterstreifgebiet, welche nach und nach in ihre Sommerstreifgebiete wandern, zwischen den einzelnen Studiengebieten je nach Jahreszeit variiert.
Weibchen und Männchen wandern im Frühjahr gleichzeitig
Das nebenstehende Bild vergleicht die Migrationszeitpunkte aller männlichen und weiblichen Rehe (hier aller Populationen der oben genannten Studie). Bezüglich der Geschlechter ist auffällig, dass die Frühjahrsmigration sehr synchron abläuft. Auch wenn es so scheint, als wenn die Böcke im Durchschnitt ein wenig früher migrieren, konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Die Motivation bei der Wanderung im Frühjahr ergibt sich aus dem Ergrünen der Vegetation, welcher die migrierenden Tiere folgen (Bischof et al. 2012). Die Ricken versuchen die junge frische und eiweißreiche Nahrung aufzunehmen, ihre Kitze in den Sommerstreifgebieten zu setzen und optimal mit fettreicher Milch zu versorgen. Die Böcke hingegen bemühen sich, schnellstmöglich ihre Territorien zu besetzen.
Wanderungen im Herbst und Standorttreue der Männchen
Im Herbst dagegen wandern die weiblichen Rehe im Durchschnitt ein wenig früher als die Böcke zurück zu ihren Winterstreifgebieten. Der Zeitpunkg der Wanderung zwischen den beiden Geschlechtern unterscheidet sich hier statistisch signifikant. Die Ricken verlassen das Sommerstreifgebiet sobald sich die Witterung verschlechtert, möglicherweise um ihre Kitze nicht den harschen Bedingungen auszusetzen.
Die Böcke hingegen verweilen in den Sommerstreifgebieten so lange wie möglich, möglicherweise in der Hoffnung, dort auch überwintern zu können und ihre Territorien auch im nächsten Jahr zu besetzen. So kann die höhere Standorttreue der Böcke gegenüber den Ricken mit ihrer Neigung zum eigenen Revier erklärt werden (Hewison et al. 1998, Cagnacci et al. 2011).

Abbildung 3: Zeitpunkt der Migration im Jahresverlauf differenziert nach Geschlechtern. Die Abbildung auf der linken Seite zeigt den Migrationszeitpunkt im Frühjahr und die rechte Grafik zeigt den Migrationszeitpunkt im Herbst.

Abbildung oben: Zeitpunkt der Wanderung im Jahresverlauf, unterschieden nach Geschlechtern. Die Abbildung auf der linken Seite zeigt den Zeitpunkt der Wanderung im Frühjahr und die rechte Grafik zeigt den Zeitpunkt im Herbst.

Literaturverzeichnis

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