Leittriebverbiss Tanne

Detailansicht eines Tannenzweigs

© Kudernatsch, T.

Die Tanne ist aktuell mit rund 2,5 % Flächenanteil in den Wäldern Bayerns vertreten (BWI 2012). Von Natur aus wäre ihr Anteil weitaus höher, vor allem in den Bergmischwäldern wäre sie häufiger.

In der Verjüngung hat ihr Anteil in den letzten 20 Jahren erfreulich zugenommen. Während sie bei der Verjüngungsinventur 1991 nur 1,4 % der erfassten "Pflanzen ab 20 Zentimeter Höhe bis zur maximalen Verbisshöhe" stellte, stieg ihr Anteil bis 2015 auf 4,3 % an. Dieser Anteil liegt aber vielerorts noch deutlich unter dem natürlichen Verjüngungspotenzial dieser schattenerträglichen Baumart, da bereits wenige Samenbäume für eine flächige Verjüngung ausreichen würden.

Dass die Tanne ihr Verjüngungspotenzial nicht voll ausschöpfen kann, liegt wesentlich am Schalenwildverbiss. Im Vergleich zu Fichte und Buche wird sie bevorzugt geäst, so dass es in vielen Fällen zu einer Entmischung der Baumartenzusammensetzung kommt. Gewisse Hoffnung geben die Ergebnisse der Aufnahmen 2015: Der Anteil der Tannen ohne Schalenwildeinfluss ist von 55,7 % im Jahr 2012 um 11,3 % auf 67,0 % im Jahr 2015 angestiegen. Und auch der für die Höhenentwicklung der Pflanzen bedeutsame Leittriebverbiss ist bei der Tanne in den letzten neun Jahren kontinuierlich und spürbar zurückgegangen: Von 28,3 % im Jahr 2006 über 19,9 % im Jahr 2009 und 15,6 % im Jahr 2012 auf nun 12,4 % bei der Verjüngungsinventur 2015. Diese insgesamt positive Entwicklung ist wünschenswert und erfreulich und muss für die Bereiche, in denen der Tannenverbiss weiterhin zu hoch ist, ein Ansporn sein.