Weltweite Verbindungen

Brunftfeigen

Diese Duftdrüsen (wissenschaftlich Postcornualdrüsen genannt) haben beide Geschlechter. Beim Bock schwellen sie zur Brunftzeit an und produzieren einen intensiven Moschusgeruch. Während des ganzen Jahres, am häufigsten aber während der Brunft, werden Äste, Zweige oder Grashalme mit dem Sekret aus den feigengroßen Drüsenpaketen markiert, was auch als "hornen" bezeichnet wird. Daher werden die Duftdrüsen in der bildhaften Jägersprache "Brunftfeigen" genannt.

Gämse auch in Neuseeland

Gamsrudel auf BergkuppeZoombild vorhanden

© Erni-Fotolia.com

Die heutigen Alpengämsen ( Rupicapra rupicapra) besiedeln nahezu flächendeckend den gesamten Alpenbogen sowie einige Bergzüge in Süd- und Osteuropa. Punktuell können die gewandten Kletterer auch in alpennahen Mittelgebirgen angetroffen werden. So kommen sie in mehr oder weniger isolierten Populationen u. a. im Elbsandsteingebirge, Altvatergebirge, in der Tatra, im Schweizer Jura und den Dinarischen Alpen vor.
Im Nachbarbundesland Baden-Württemberg gibt es Gämsen auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald. Die alpennahen Mittelgebirge wurden teils durch Wanderungen, teils durch Aussetzungen zurückerobert, nachdem die Gämsen dort verschwunden waren. Selbst in Neuseeland hat man Gämsen ausgewildert.

Rückgang der "Bezoar"-Nutzung stabilisiert Gämsenpopulation

Schon immer waren Gämsen für Menschen eine attraktive Jagdbeute. Vor allem aber spielten sie im Volksglauben und in der Volksmedizin lange Zeit eine wichtige Rolle. Neben diversen anderen Körperteilen der Gämse waren insbesondere die sogenannten "Gemsenkugeln" oder "Bezoare" begehrt und teuer gehandelt.
Gelegentlich finden sich im Pansen erlegter Tiere etwa haselnuss- bis hühnereigroße Kugeln aus unverdaulichen Nahrungsbestandteilen (Haaren, Pflanzenfasern), deren Oberfläche sich nach einer entsprechenden Verweildauer im Magen verfestigt und glänzend wird. Diesen Bezoaren wurden magische, vor allem aber auch Heilkräfte zugeschrieben, z.B. gegen Lungenleiden. Kein Wunder, dass dies in manchen Regionen zu einer übermäßigen Bejagung der Gämsen geführt hat.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts haben die Entwicklungen in der Medizin, aber natürlich auch wirksame Jagd- und Naturschutzgesetze dazu beigetragen, dass sich die ehemals übernutzten Gämsenbestände erholt haben. So gut sogar, dass der heutige Gesamtbestand in Europa auf etwa 400.000 - 500.000 Individuen geschätzt wird. Auch das Verbreitungsgebiet der Gämsen hat sich seither wieder beträchtlich ausgedehnt.
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