Grünlandnutzung

Kühe auf einer Weide

© LfL

Die vielen Wiesen und Weiden in Bayern leisten wichtige Beiträge zum Natur- und Artenschutz sowie zum Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaft.
Viele Wildtiere, besonders die Wiederkäuer, finden auf den Wiesen und Weiden wertvolle Nahrung. Für Arten wie Rothirsch und Reh gehört das Grünland zu einer der beliebtesten Nahrungsquellen überhaupt.
Staatliche Förderprogramme wie das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) fördern extensive Bewirtschaftungsweisen und tragen zum Erhalt des Dauergrünlands bei.

Grünlandnutzung in Bayern

Zoomen und klicken Sie sich durch die Karte und erhalten Sie detaillierte Informationen über die Grünlandnutzung in Ihrem Landkreis.
Die aggregierten Daten stammen aus der zentralen InVeKoS Datenbank (ZID).

Zentrale InVeKoS Datenbank (ZID) Externer Link

Äsung für das Wild

Ricke und Kitz auf WieseZoombild vorhanden

© Taviphoto-Fotolia.com

Unser Wild stellt unterschiedliche Ansprüche an den Artenreichtum des Grünlands. Es gibt Feinschmecker, Generalisten und Genügsame unter den Arten. Sie werden auch Konzentratselektierer, Intermediärtyp und Rauhfutterfresser genannt.
Generell stellt das Grünland eine sehr wichtige Nahrungsquelle dar. Je mehr Klee wächst, umso beliebter ist es bei Rehen oder Hasen. Mufflons, Rotwild und Gämsen kommen mit einem höheren Anteil an Gräsern zu Recht.

Nutzung heute

So vielfältig wie die Pflanzen im Grünland sind auch die Nutzungsformen in der heutigen Landwirtschaft. Als Hauptnutzungsarten unterscheidet man Wiesen und Weiden. Welche Art der Nutzung vom Landwirt gewählt wird, hängt hauptsächlich von den betriebswirtschaftlichen Gegebenheiten ab.

Weiden

Hirsch und Alttier auf WieseZoombild vorhanden

© gruppopoliartes-Fotolia.com

Der Aufwuchs von Weiden wird von Weidetieren mehr oder wenig vollständig genutzt. Weiden prägen das bayerische Landschaftsbild, vor allem im Alpenraum. Im Bayerischen Alpenraum befindet sich eines der größten Weidegebiete Deutschlands. Rotwild gesellt sich manchmal zu den Weidetieren und äst (frisst) vertraut unter ihnen.
Viele Grünlandflächen werden auch durch Weide und Mahd genutzt (Mähweiden).

Schwerpunkt nachhaltige Grünlandnutzung (LfL) Externer Link

Wiesen

Wiesen sind Grünlandflächen, die ausschließlich durch Schnittnutzung (Mahd) geerntet werden.
Wiesen werden unterschiedliche intensiv genutzt. Je nach Schnitthäufigkeiten und Düngungsintensität unterscheidet man zwischen extensiv genutzten Wiesen, Wiesen mittlerer Intensität und Intensivwiesen.
Auf Intensivwiesen kann ein Ertrag von 100 - 140 DezitonnenTrockenmasse/ha erzielt werden.

Von Blumen, Gräsern und Kräutern

Die Grünlandnarbe setzt sich aus Gräsern, Leguminosen und Kräutern zusammen.

Übersicht über die wichtigsten bayerischen Grobfutterpflanzen (LfL) Externer Link

Gräser

GräserZoombild vorhanden

© elenathewise-Fotolia.com

Gräser bilden den Hauptanteil an Biomasse des gesamten Futterertrages. Auch viele Wildtiere nutzen diese als Nahrungsquelle. Die frische Ernte einer solchen Fläche nennt man oft einfach nur "Gras". Die Gräser unterteilen sich in Süß- und Sauergräser. Je nach Standortbedingungen wachsen mal mehr von der einen oder der anderen Familie.
Im Grünland sind unter anderem der Wiesenfuchsschwanz, das Wiesenlieschgras und der Wiesenschwingel von Bedeutung.

Grünlandmonitoring der LfL pdf 7,8 MB

Leguminosen

Die Schmetterlingsblütler (Leguminosen) haben die wichtige Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft durch an den Wurzeln sitzende Knöllchenbakterien zu binden. Daher benötigen sie keinen zusätzlichen Stickstoff für ihr Wachstum. Der Eiweißgehalt der Leguminosen liegt deutlich über denen der Gräser.
Für Wildtiere ist der Stickstoff in diesen Pflanzen sehr nahrhaft und beliebt.
Die bekanntesten Arten sind zum Beispiel Weiß- oder Wiesenrotklee, die Wicken oder die Wiesenplatterbse.

Kräuter

BlumenwieseZoombild vorhanden

© doris oberfrank-list-Fotolia.com

Unter den Kräutern fasst man alle übrigen Pflanzenfamilien auf Wiesen und Weiden zusammen. Sie sind hinsichtlich ihres Futterwertes unterschiedlich zu bewerten. Viele steigern den Futterwert, beispielsweise durch ihren hohen Gehalt an Rohprotein, andere wiederum sind aufgrund der enthaltenen Giftstoffe, ihres geringen Futterwerts oder anderer Probleme nicht oder nur in begrenztem Umfang erwünscht.
Diese Vielfalt auf Kräuterwiesen bietet vielen Wildtiere geeignetes Futter.

Absolut oder fakultativ?

Inwieweit ein Standort als Ackerfläche oder Grünland in Betracht kommt, hängt vor allem von den Klima- und Bodeneigenschaften vor Ort ab, den sog. Wachstums- und Standortfaktoren. Nur bedingt kann der Mensch hier Einfluss nehmen, z.B. durch Be- oder Entwässerungen, Düngung und Kalkung.
Generell muss jeder Landwirt über eine mögliche Acker- oder Grünlandnutzung selbst entscheiden.

Absolutes Grünland

Absolutes Grünland ist in Regionen anzutreffen, die für eine Ackernutzung ungeeignet sind. Als Beispiele sind hier Hochlagen (hochgelegene Almen/Alpgebiete, Hochlagen der Mittelgebirge), steile Hanglagen, Überschwemmungsgebiete oder Böden mit hoch anstehendem Grundwasser zu nennen.

Fakultatives Grünland

Hier wird Grünland aus betriebswirtschaftlichen oder arbeitstechnischen Gründen der Ackernutzung vorgezogen. Eine Ackernutzung wäre jedoch möglich. In den letzten Jahren nahm fakultatives Grünland in Deutschland stark ab.

Historisches

zwei alte HüttenZoombild vorhanden

© Küttner Tobias–Fotolia.com

Natürliches Grünland war in Deutschland zu Beginn der Jungsteinzeit auf Standorte beschränkt, auf denen Wald nicht wachsen konnte: Oberhalb der Waldgrenze, Sümpfe oder meernahe Flächen. Später machte der Mensch das Land durch Rodungen und Brand nutzbar und trieb das Vieh in die letzten verbliebenen Wälder. Durch diese sogenannte Waldweide nahm man dem Wald seine natürlich Verjüngung und Gräser wanderten ein. Die alten Bäume starben ab und es bildete sich eine ausgedehnte Grasnarbe. In Steinach bei Straubing wurde 1919 von namhaften Wissenschaftlern zur Förderung und Verbesserung von Wiesen und Weiden der "Bayerische Grünlandverein" gegründet. Diese Bewegung fand in ganz Deutschland anklang und es entstanden weitere Vereine, bis sie sich zum "Deutschen Grünlandbund" 1922 zusammenschlossen.

Definition

Strichmännchen mit grünem i

© trueffelpix-Fotolia.com

"Grünland ist eine dauernde, von zahlreichen Pflanzenarten im Gemisch gebildete Grasnarbe. Es ist durch menschliche Einflüsse entstanden und als natürliche Vegetationsform in Mitteleuropa sehr selten."
Quelle: Die Landwirtschaft -– Landwirtschaftlicher Pflanzenbau (2014)

Interessante Links