Letzte Änderung: 11.01.2021
Aktuelle Informationen zu Corona und Jagd


Es handelt sich um allgemeine Auskünfte, die sich auf die jeweils aktuell bekannte Sachlage und die aktuell geltende Fassung der Elften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) beziehen.

Die Sach- und Rechtslage kann sich allerdings sehr schnell ändern. Die Hinweise werden je nach Sachstand schnellstmöglich aktualisiert und um weitere Themen ergänzt.

Wir bitten zu beachten, dass es aufgrund des Infektionsgeschehens, u.a. wegen Vorliegens eines gegenüber dem Landesdurchschnitt deutlich erhöhten Inzidenzwerts an Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, weitergehende regional geltende Anordnungen geben kann.


Sollte in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt der Wert von 50 Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen nicht überschritten werden, kann die zuständige Kreisverwaltungsbehörde durch Allgemeinverfügung Erleichterungen zulassen.

Elfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung Externer Link

Hinweise zur Zulässigkeit der Jagd

Jagen und Arbeiten im Jagdrevier einschließlich Hochsitzbau, etc. stellen als Bewegung an der frischen Luft einen triftigen Grund zum Verlassen der Wohnung dar. Allerdings ist dies ausschließlich allein, mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. Jeder Jäger muss dafür Sorge tragen, dass jagdliche Handlungen insbesondere „nach dem Schuss“ (bspw. Nachsuche, Wildbergung, Wildversorgung, Trichinenprobe, Radiocäsium-Untersuchung oder Abgabe von Wildbret) nach diesen Vorgaben zur Personenanzahl erfolgen.

Sofern in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 Fällen pro 100.000 Einwohner Tagesausflüge über einen Umkreis von 15 Kilometern um den Wohnort (d.h. die politische Gemeinde) hinaus untersagt sind, gilt dies nur für touristische Tagesausflüge. Das Verlassen des Umkreises von 15 Kilometern um den Wohnort zur Jagdausübung ist gestattet.

Zudem sind die Regelungen zur landesweiten Ausgangssperre von 21 – 05 Uhr zu beachten. Danach ist der Aufenthalt in dieser Zeit außerhalb der Wohnung untersagt, es sei denn, es liegt einer der Ausnahmegründe des § 3 der 11. BayIfSMV vor. Die Ausübung der Jagd auf Schwarzwild zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest stellt einen Ausnahmegrund im Sinn des § 3 Nr. 7 der 11. BayIfSMV dar und begründet während der nächtlichen Ausgangssperre die Zulässigkeit des Aufenthalts außerhalb der Wohnung. Das Versorgen von verletztem Wild begründet ebenfalls während der nächtlichen Ausgangssperre den Aufenthalt außerhalb der Wohnung (§ 3 Nr. 6 der 11. BayIfSMV).

Wird die Jagd außerhalb Bayerns in einem Risikogebiet (Gebiete außerhalb der Bundesrepublik Deutschland) nach der aktuellen Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts (RKI) über die Einstufung als Risikogebiet ausgeübt, so sind bei der Rückreise in den Freistaat Bayern die Regelungen der geltenden Einreise-Quarantäneverordnung zu beachten. Wir weisen darauf hin, dass in der EQV die Regelung zum „kleinen Grenzverkehr“ entfallen ist, so dass keine Ausnahme von der Einreisequarantäne mehr für Personen besteht, die sich im Rahmen des Grenzverkehrs mit Nachbarstaaten weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet nach § 1 Abs. 5 aufgehalten haben oder für bis zu 24 Stunden in das Bundesgebiet einreisen.


Stand: 11.01.2021

Einreise-Quarantäneverordnung – EQV (Stand: 30.12.2020) Externer Link

Hinweise zur Zulässigkeit von Bewegungsjagden

In Bayern gilt ein generelles Veranstaltungsverbot, darunter fallen auch Bewegungsjagden (§ 5 der 11. BayIfSMV). Es können aber Ausnahmegenehmigungen von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde (untere Infektionsschutzbehörde) erteilt werden, soweit dies im Einzelfall aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist (§ 27 Abs. 2 Satz 1 der 11. BayIfSMV).
Ausnahmegenehmigungen können grundsätzlich auch für einen längeren Zeitraum oder für mehrere gleichartige Veranstaltungen im Voraus erteilt werden; hierüber entscheidet die örtlich zuständige Kreisverwaltungsbehörde anhand der jeweiligen Umstände. Um den Vollzug zu erleichtern und insbesondere die Bejagung von Schwarzwild mit den dringend notwendigen Bewegungsjagden zu ermöglichen, haben das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gemeinsame Vollzugshinweise erlassen. Diese behalten auch für die Elfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ihre Gültigkeit. Bei einer deutlich erhöhten Sieben-Tage-Inzidenz sind die speziellen Regelungen der Kreisverwaltungsbehörden zu beachten.

Gemeinsame Vollzugshinweise Bewegungsjagden pdf 99 KB

Für die Revierinhaber, die eine Bewegungsjagd durchführen wollen, steht ein Musterantrag bereit, der zur Beantragung der Ausnahmegenehmigung bei der örtlich zuständigen Infektionsschutzbehörde verwendet werden kann.

Musterantrag pdf 905 KB

Bewegungsjagden als effektive und tierschutzgerechte Jagdmethode stellen ein unabdingbares Regulationsinstrument der Schwarzwildpopulation und damit der zwingend nötigen Prävention eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) dar. Das „Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Reduktion von Schwarzwild“, das Frau Staatsministerin Michaela Kaniber im März 2020 erlassen hat, stellt dies deutlich heraus. Zudem hat der ASP-Fall in Sachsen am 31.10.2020 gezeigt, dass sich die Lage noch weiter zugespitzt hat und die ASP nun auch in einem an Bayern angrenzenden Bundesland ausgebrochen ist. Auch zur Vermeidung unnötigen Tierleids sind umfassende Maßnahmen zur Abwendung dieser Tierseuche dringend notwendig.
Anlässlich der Schwarzwildjagd darf angesichts der notwendigen Erfüllung der behördlichen Abschusspläne auch abschussplanpflichtiges Schalenwild erlegt werden.

Das Gemeinsame Vollzugsschreiben ist auf die besondere Bedeutung der Bejagung des Schalenwildes ausgerichtet. Daher sind Bewegungsjagden auf andere Wildarten nicht erfasst und bleiben grundsätzlich untersagt.

Zulässig ohne gesonderte Genehmigung durch die Infektionsschutzbehörde sind Bewegungsjagden mit Teilnehmenden, für die die Jagdausübung zur Berufsausübung gehört oder eine Dienstpflicht darstellt (§ 2 Satz 2 Nr. 1, § 4 Abs. 2 der 11. BayIfSMV).

Angesichts der dynamischen Entwicklung sind die Maßgaben der 11. BayIfSMV, ggf. darüber hinausgehende regionale Regelungen sowie das jeweilige Hygienekonzept konsequent einzuhalten.
Auch bei Bewegungsjagden gilt selbstverständlich das Prinzip der Umsicht, Vorsicht und Solidarität.


Stand: 11.01.2021

Hinweise zur Übernachtung im Zusammenhang mit der Jagdausübung

Für die ordnungsgemäße Jagdausübung kann eine Übernachtung in gewerblichen Unterkünften notwendig sein. Dies ist anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls zu beurteilen und zu belegen.
Die Notwendigkeit ist in der Regel dann indiziert, wenn für die Jagd gemäß § 27 Abs. 2 Satz 1 der 11. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (11. BayIfSMV) eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde. Letzteres ist unter anderem auf Grundlage der im Gemeinsamen Schreiben des StMELF und des StMGP vom 09.11.2020 (Az.: F8-7940-1/790) genannten Faktoren von der örtlich zuständigen Kreisverwaltungsbehörde zu entscheiden.
Die Übernachtung in gewerblichen Unterkünften (Hotels, Beherbergungsbetriebe, Campingplätze, etc.) erfolgt dann zu notwendigen, nicht touristischen Zwecken und ist möglich.


Stand: 11.01.2021

Hinweise zur Bayerischen Jäger- und Falknerprüfung und -ausbildung

Der Prüfungsbetrieb (schriftlicher, mündlicher und praktischer Teil) der bayerischen Jägerprüfung sowie der Falknerprüfung können nach Maßgabe des § 17 der 11. BayIfSMV stattfinden. Die Jägerprüfung 1/2021 wird voraussichtlich am 02.02.2021 beginnen.

Die 11. BayIfSMV untersagt die Durchführung außerschulischer Bildungsangebote in Präsenzform (§ 20 Abs. 1 der 11. BayIfSMV). Dies bedeutet für die jagdliche Ausbildung und die Falknerausbildung, dass diese derzeit grundsätzlich nur noch virtuell zulässig sind. Soweit die Art der Prüfung eine praktische Handhabung und Umsetzung erfordert, kommt eine Prüfungsvorbereitung in Präsenz nur in Kleingruppen und unter strikter Wahrung der Hygienevorschriften (Mindestabstand, Maske etc.) in Betracht. Voraussetzung ist ein konkreter Prüfungsbezug, d. h. eine Vorbereitung auf einen unmittelbar bevorstehenden Prüfungstermin binnen der nächsten vier Wochen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass diese Verfahrensweise nicht zur allgemeinen Fortbildung und Übung genutzt werden kann, die gegenwärtig untersagt ist.

Der Besuch der jagdlichen Ausbildung, soweit diese in Präsenzform stattfinden darf, und die Teilnahme an der Jäger- und Falknerprüfung stellen einen triftigen Grund zum Verlassen der Wohnung im Rahmen der landesweit geltenden Ausgangsbeschränkung nach § 2 Satz 2 Nr. 2 der 11. BayIfSMV dar.


Stand: 11.01.2021

Hinweise zu Jagdhunden

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen bei der Verbreitung des Virus eine Rolle spielen, denn bei der Covid-19-Pandemie ist die Übertragung von Mensch zu Mensch ausschlaggebend für die Verbreitung. Gesunde Personen müssen den Kontakt zu Haustieren gemäß den derzeit verfügbaren Informationen nicht einschränken. Beim Umgang mit Haustieren gelten ganz grundsätzliche Hygieneempfehlungen (wie gründliches Händewaschen mit Seife), um unabhängig von SARS-CoV-2 das Risiko einer Erregerübertragung zwischen Mensch und Haustier zu minimieren.

Weltweit wurde das Virus bzw. dessen Erbmaterial bei fünf Hunden nachgewiesen. Keiner der Hunde verstarb aufgrund einer Covid-19 Erkrankung.

Weiterführende Informationen zum Umgang mit Haus- und Nutztieren finden sich auf der FAQ- Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts:

Friedrich-Loeffler-Institut: Informationen zum Umgang mit Haus- und Nutztieren Externer Link

Die Jagdhundeprüfungen sind grundsätzlich nach Maßgabe des § 17 der 11. BayIfSMV weiterhin möglich. Soweit der Mindestabstand aufgrund der Art der Prüfung nicht einzuhalten ist, sind gleichermaßen wirksame anderweitige Schutzmaßnahmen zu treffen.

Die Jagdhundeausbildung ist derzeit wegen des Verbots von Angeboten der außerschulischen Bildung nicht möglich.

Nach dem allgemeinen Abstandsgebot ist weiterhin jeder angehalten, die physischen Kontakte zu anderen Menschen auf ein Minimum zu reduzieren und den Personenkreis möglichst konstant zu halten, damit das Infektionsrisiko so gering wie möglich ist.

Einen triftigen Grund zum Verlassen der Wohnung sowohl während der Ausgangsbeschränkung als auch während der nächtlichen Ausgangssperre stellt das Versorgen von Jagdhunden dar (§ 2 Satz 2 Nr. 11, § 3 Nr. 6 der 11. BayIfSMV).


Stand: 11.01.2021

Hinweise zum Ein-, An- und Kontrollschießen von Jagdwaffen auf Schießständen

Das Ein-, An- und Kontrollschießen von Jagdwaffen auf Schießständen durch Privatpersonen ist nach den Maßgaben der 11. BayIfSMV unzulässig und muss ggf. an geeigneten Stellen im Jagdrevier durchgeführt werden. Beim Ein-, An- und Kontrollschießen von Jagdwaffen durch Büchsenmacher handelt es sich um nach der 11. BayIfSMV zulässige berufliche Tätigkeiten, die unter Beachtung der individuell ausgearbeiteten Hygiene- und Abstandsregeln auf Schießständen durchgeführt werden können.


Stand: 11.01.2021

Hinweise zum Jagdhandel

Grundsätzlich ist die Öffnung von Ladengeschäften mit Kundenverkehr untersagt. Ausgenommen sind die in § 12 Abs. 1 Satz 1 der 11. BayIfSMV aufgezählten Geschäfte und sonstige für die tägliche Versorgung unverzichtbare Ladengeschäfte sowie der Großhandel. Hierunter fallen auch Geschäfte für den Jagdbedarf. Diese dürfen geöffnet bleiben.

Stand: 11.01.2021

Hinweise zum Verzehr von Wildbret oder zur Ansteckung über Bedarfsgegenstände

Bisher sind keine nachgewiesenen Fälle bekannt, bei denen sich Menschen durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem Coronavirus infiziert haben. Dasselbe gilt auch für eine Ansteckung über kontaminierte Gegenstände. Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Fleisch und Fleischprodukten sollten grundsätzlich eingehalten werden, auch im Hinblick auf andere möglicherweise enthaltene Krankheitserreger. Das Virus ist hitzeempfindlich. Ein etwaiges Risiko kann durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich verringert werden.


Stand: 20.10.2020

Weiterführende Informationen zu den Übertragungswegen des neuartigen Coronavirus finden Sie hier:

Webseite des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Externer Link