Letzte Änderung: 13.11.2020
Aktuelle Informationen zu Corona und Jagd


Es handelt sich um allgemeine Auskünfte, die sich auf die jeweils aktuell bekannte Sachlage und die aktuell geltende Fassung der Achten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung beziehen.

Die Sach- und Rechtslage kann sich allerdings sehr schnell ändern. Die Hinweise werden je nach Sachstand schnellstmöglich aktualisiert und um weitere Themen ergänzt.
Wir bitten zu beachten, dass es aufgrund des Infektionsgeschehens weitergehende regional geltende Anordnungen geben kann.

Achte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung Externer Link

Hinweise zur Zulässigkeit der Jagd

Jagen und Arbeiten im Jagdrevier einschließlich Hochsitzbau, etc. sind allein, mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt höchstens zehn Personen nicht überschritten wird, zulässig.

Wird die Jagd außerhalb Bayerns in einem Risikogebiet nach der aktuellen Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts (RKI) über die Einstufung als Risikogebiet ausgeübt, so sind bei der Rückreise in den Freistaat Bayern die Regelungen der geltenden Einreise-Quarantäneverordnung zu beachten.

Stand: 12.11.2020

Einreise-Quarantäneverordnung – EQV (Stand: 05.11.2020) Externer Link

Hinweise zur Zulässigkeit von Bewegungsjagden

In Bayern gilt ein generelles Veranstaltungsverbot, darunter fallen grundsätzlich auch Bewegungsjagden (§ 5 der 8. BayIfSMV). Damit unterscheidet sich die bayerische Regelung von den meisten anderen Bundesländern, in denen Veranstaltungen mit einer festgelegten Personenzahl generell zulässig sind, wenn sie nicht der Freizeit etc. dienen. Daher ist die Durchführung von Bewegungsjagden in diesen Bundesländern ohne gesonderte Genehmigung zulässig.
In Bayern können aber Ausnahmegenehmigungen von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde (untere Infektionsschutzbehörde) erteilt werden, soweit dies im Einzelfall aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist (§ 5 Satz 2 der 8. BayIfSMV). Um den Vollzug zu erleichtern und insbesondere die Bejagung von Schwarzwild mit den dringend notwendigen Bewegungsjagden zu ermöglichen, haben das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gemeinsame Vollzugshinweise erlassen.

Gemeinsame Vollzugshinweise Bewegungsjagden pdf 99 KB

Für die Revierinhaber, die eine Bewegungsjagd durchführen wollen, steht ein Musterantrag bereit, der zur Beantragung der Ausnahmegenehmigung bei der örtlich zuständigen Infektionsschutzbehörde verwendet werden kann.

Musterantrag pdf 135 KB

Bewegungsjagden als effektive und tierschutzgerechte Jagdmethode stellen ein unabdingbares Regulationsinstrument der Schwarzwildpopulation und damit der zwingend nötigen Prävention eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) dar. Das „Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Reduktion von Schwarzwild“, das Frau Staatsministerin Michaela Kaniber im März 2020 erlassen hat, stellt dies deutlich heraus. Zudem hat der ASP-Fall in Sachsen am 31.10.2020 gezeigt, dass sich die Lage noch weiter zugespitzt hat und die ASP nun auch in einem an Bayern angrenzenden Bundesland ausgebrochen ist. Auch zur Vermeidung unnötigen Tierleids sind umfassende Maßnahmen zur Abwendung dieser Tierseuche dringend notwendig.
Anlässlich der Schwarzwildjagd darf angesichts der notwendigen Erfüllung der behördlichen Abschusspläne auch abschussplanpflichtiges Schalenwild erlegt werden.

Das Gemeinsame Vollzugsschreiben ist auf die besondere Bedeutung der Bejagung des Schalenwildes ausgerichtet. Daher sind Bewegungsjagden auf andere Wildarten nicht erfasst und bleiben grundsätzlich untersagt.

Zulässig ohne gesonderte Genehmigung durch die Infektionsschutzbehörde sind Bewegungsjagden mit Teilnehmenden, für die die Jagdausübung zur Berufsausübung gehört oder eine Dienstpflicht darstellt (§ 3 Abs. 3 der 8. BayIfSMV).

Angesichts der dynamischen Entwicklung sind die Maßgaben der 8. BayIfSMV, ggf. darüber hinausgehende regionale Regelungen sowie das jeweilige Hygienekonzept konsequent einzuhalten.
Auch bei Bewegungsjagden gilt selbstverständlich das Prinzip der Umsicht, Vorsicht und Solidarität.

Stand: 10.11.2020

Hinweise zur Übernachtung im Zusammenhang mit der Jagdausübung

Für die ordnungsgemäße Jagdausübung kann eine Übernachtung in gewerblichen Unterkünften notwendig sein. Dies ist anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls zu beurteilen und zu belegen.
Die Notwendigkeit ist in der Regel dann indiziert, wenn für die Jagd gemäß § 5 Satz 2 der 8. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (8. BayIfSMV) eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde. Letzteres ist unter anderem auf Grundlage der im Gemeinsamen Schreiben des StMELF und des StMGP vom 09.11.2020 (Az.: F8-7940-1/790) genannten Faktoren von der örtlich zuständigen Kreisverwaltungsbehörde zu entscheiden.
Die Übernachtung in gewerblichen Unterkünften (Hotels, Beherbergungsbetriebe, Campingplätze, etc.) erfolgt dann zu notwendigen, nicht touristischen Zwecken und ist möglich.

Stand: 12.11.2020

Hinweise zur Bayerischen Jäger- und Falknerprüfung und -ausbildung

Sowohl Vorbereitungslehrgänge als auch der Prüfungsbetrieb (schriftlicher, mündlicher und praktischer Teil) der bayerischen Jägerprüfung sowie der Falknerprüfung können nach Maßgabe der §§ 17 und 20 Abs. 1 der 8. BayIfSMV stattfinden.

Nach der derzeit geltenden Regelung der 8. BayIfSMV gilt vorbehaltlich speziellerer Regelungen für den Lehrbetrieb: Die Abhaltung ist zulässig, wenn zwischen allen Beteiligten ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt ist. Es besteht Maskenpflicht, soweit der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann, insbesondere in Verkehrs- und Begegnungsbereichen sowie bei Präsenzveranstaltungen am Platz. Für die Vorbereitungslehrgänge zur bayerischen Jäger- und Falknerprüfung ist durch die Ausbildungsstätten auf Grundlage des von Kultusministerium und Gesundheitsministerium bekannt gemachten Hygienekonzepts für die Erwachsenenbildung ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten, das der Kreisverwaltungsbehörde auf Verlangen vorzulegen ist.

Hygienekonzept Ausbildung Externer Link

Für die Jäger- und Falknerprüfung gilt: Soweit der Mindestabstand aufgrund der Art der Prüfung nicht einzuhalten ist, sind gleichermaßen wirksame anderweitige Schutzmaßnahmen zu treffen; hierzu zählt insbesondere das Tragen von Masken. Der Betreiber hat ein individuelles Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.

Bei der Durchführung der Jägerprüfung sowie der Falknerprüfung sind die Vorgaben des mit dem Gesundheitsministerium abgestimmten jeweiligen Hygienekonzepts einzuhalten.

Die Organisation der Prüfungstermine ist unter den aktuellen Rahmenbedingungen sehr erschwert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass angesichts der Pandemie im Interesse der Allgemeinheit, aber auch der Prüflinge und Angehörigen sowie aller Prüferinnen und Prüfer, Ausbilderinnen und Ausbilder die entsprechenden Vorkehrungen und Hygienemaßnahmen getroffen werden müssen.

Nach der allgemeinen Kontaktbeschränkung ist weiterhin jeder angehalten, die physischen Kontakte zu anderen Menschen auf ein Minimum zu reduzieren und den Personenkreis möglichst konstant zu halten, damit das Infektionsrisiko so gering wie möglich ist.
Nach Möglichkeit sollten Jäger- und Falknerausbildungen und -prüfungen, die nicht unaufschiebbar sind, verschoben werden.

Stand: 12.11.2020

Hinweise zum Schießen auf Schießständen

Der jagdliche Schießbetrieb ist unter Einhaltung der Maßgaben der 8. BayIfSMV unter freiem Himmel möglich (§ 10 Abs. 1 und 3 der 8. BayIfSMV). Eine Schießanlage kann allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands genutzt werden.

Aufgrund der aktuellen Änderung der 8. BayIfSMV vom 12.11.2020 ist Indoorsport nun untersagt. Nähere Informationen zu den Auswirkungen auf einzelne Arten von Schießanlagen folgen hier in Kürze.

Bei der Nutzung der Schießstätten sind die entsprechenden Corona-bedingten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten.

Stand: 13.11.2020

Hinweise zu Jagdhunden

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen bei der Verbreitung des Virus eine Rolle spielen, denn bei der Covid-19-Pandemie ist die Übertragung von Mensch zu Mensch ausschlaggebend für die Verbreitung. Gesunde Personen müssen den Kontakt zu Haustieren gemäß den derzeit verfügbaren Informationen nicht einschränken. Beim Umgang mit Haustieren gelten ganz grundsätzliche Hygieneempfehlungen (wie gründliches Händewaschen mit Seife), um unabhängig von SARS-CoV-2 das Risiko einer Erregerübertragung zwischen Mensch und Haustier zu minimieren.

Weltweit wurde das Virus bzw. dessen Erbmaterial bei fünf Hunden nachgewiesen. Keiner der Hunde verstarb aufgrund einer Covid-19 Erkrankung.

Weiterführende Informationen zum Umgang mit Haus- und Nutztieren finden sich auf der FAQ- Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts:

Friedrich-Loeffler-Institut: Informationen zum Umgang mit Haus- und Nutztieren Externer Link

Die Jagdhundeausbildung und -prüfung sind grundsätzlich nach Maßgabe des § 20 Abs. 1 der 8. BayIfSMV weiterhin möglich. Damit wird insbesondere die jagdrechtliche Vorgabe sichergestellt, dass für bestimmte Jagdarten sowie für die Nachsuche brauchbare Jagdhunde vorhanden sind. Das dient in besonderer Weise auch einer tierschutzgerechten Jagd.
Gemäß § 20 Abs. 1 der 8. BayIfSMV ist sicherzustellen, dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Beteiligten eingehalten werden kann. Es ist ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten. Auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde sind die entsprechenden Konzepte vorzulegen. Grundsätzlich gilt eine Maskenpflicht, die allerdings bei der direkten Arbeit mit dem Hund, aus Gründen der sachgerechten Ausbildung – bei zwingender Notwendigkeit, § 2 Nr. 3 der 8. BayIfSMV –, temporär entfallen kann (u. a. Mimik des Hundeführers oder der Hundeführerin). Auch deswegen muss der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen zwingend eingehalten werden. Sollte eine Prüfung abgehalten werden, gilt: Soweit der Mindestabstand aufgrund der Art der Prüfung nicht einzuhalten ist, sind gleichermaßen wirksame anderweitige Schutzmaßnahmen zu treffen.
Nach der allgemeinen Kontaktbeschränkung ist weiterhin jeder angehalten, die physischen Kontakte zu anderen Menschen auf ein Minimum zu reduzieren und den Personenkreis möglichst konstant zu halten, damit das Infektionsrisiko so gering wie möglich ist.
Nach Möglichkeit sollten Jagdhundeausbildungen und -prüfungen, die nicht unaufschiebbar sind, verschoben werden.

Stand: 12.11.2020

Hinweise zum Verzehr von Wildbret oder zur Ansteckung über Bedarfsgegenstände

Bisher sind keine nachgewiesenen Fälle bekannt, bei denen sich Menschen durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem Coronavirus infiziert haben. Dasselbe gilt auch für eine Ansteckung über kontaminierte Gegenstände. Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Fleisch und Fleischprodukten sollten grundsätzlich eingehalten werden, auch im Hinblick auf andere möglicherweise enthaltene Krankheitserreger. Das Virus ist hitzeempfindlich. Ein etwaiges Risiko kann durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich verringert werden.

Stand: 20.10.2020

Weiterführende Informationen zu den Übertragungswegen des neuartigen Coronavirus finden Sie hier:

Webseite des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Externer Link