Feldhase

Feldhase nah

©Gabriele Planthaber/Pixelio.de

Der Feldhase ist das bekannteste Wildtier unserer Offenlandschaft, da er besonders im Frühling sehr aktiv und damit gut zu beobachten ist. Zu dieser Zeit erreicht die Paarungszeit ihren Höhepunkt. Häsinnen und männliche Hasen (Rammler) sammeln sich in Gruppen und es finden regelrechte Boxkämpfe und Jagden zwischen Häsinnen und Rammlern statt. Häsinnen können bis zu drei Mal pro Jahr Nachwuchs bekommen, dadurch gilt der Hase bereits seit der Antike als Symboltier der Fruchtbarkeit.

Erscheinungsbild

Feldhase im Stoppelfeld.
Die mit 10-14 Zentimeter auffällig langen Ohren (auch Löffel genannt) und die hoppelnde Fortbewegung sind die auffälligsten Merkmale des Feldhasen. Weiterhin zeichnet ihn das flinke Hakenschlagen aus, mit dem er seine bis zu 70 km/h schnellen Sprints unterbricht, um Feinde ins Leere laufen zu lassen und abzuhängen.
Berühmt geworden ist der Feldhase vor allem als "Osterhase" und Bote des Osterfestes. Diese geschichtliche Historie ist aber relativ jung und gesicherte Nachweise liegen hierüber erst seit Ende des 16. Jahrhunderts vor. Als Zeichen der Fruchtbarkeit gilt der Feldhase aber bereits seit der Antike.
Unser europäischer Feldhase hat in Asien, Afrika und Amerika über 20 Verwandte. Nicht verwechselt werden sollte er mit dem Kaninchen (Oryctolagus cuniculus). Dieses ist weitaus leichter, hat kleinere Ohren und gräbt, im Gegensatz zum Feldhasen, Erdbaue.
Feldhase nah von der Seite

©Gabriele Planthaber/Pixelio.de

Feldhase läuft frontal auf Fotografen zu.

©Ibefisch/Pixelio.de

Feldhasen bei der Paarung

©Grey59/Pixelio.de

Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Lepus europaeus
  • Körperform: langgestreckter Körper (50-70cm) und lange Ohren (12-14cm)
  • Aktivität: tag- und dämmerungsaktiv.
  • Geschwindigkeit: bis zu 70 km/h
  • Gewicht: 2,5 – 7,5 kg
  • Alter: bis 10 Jahre
  • Anzahl der Jungen: 2-6, bis zu drei Mal pro Jahr

Die Stimme des Feldhasen

Feldhase Ohren

©Ibefisch/Pixelio.de

Hören Sie hier Laute eines Feldhasen.

Autor: Tembrock, Günter / Tierstimmenarchiv Berlin

Feldhase in Bayern

Die interaktive Karte ermöglicht Ihnen einen Blick auf jagdliche Daten. Dargestellt sind das Bundesland Bayern mit seinen Landkreisen und die jagdliche Strecke (erlegtes Wild und Fallwild) in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Je dunkler die Färbung, umso höher ist die jagdliche Strecke.
Verwendung der Karte und Datenherkunft
Im grauen Kasten links neben der Bayernkarte gelangen Sie zur Datenbankrecherche. Dort entscheiden Sie selbst welche Daten Sie sehen möchten. Seien es Regierungsbezirke, Landkreise, letztes oder länger zurück liegendes Jagdjahr. Durch Auswahl eines oder mehrerer Kriterien wird die Kartendarstellung geändert.
Den Kartenausschnitt verändern Sie durch Bewegen des Mausrads oder den Gebrauch der "+" und "-" Symbole. Klicken Sie auf einen Landkreis, erhalten Sie Detailinformationen zur Jagdstrecke dieses Landkreises.

In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist, z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter, eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Das StMELF erhebt diese Daten und stellt sie in dieser Art und Weise erstmalig zur Verfügung.

Streckenentwicklung

Liniendiagramm Feldhase Abschusszahlen bis 2016Zoombild vorhanden

Gesamtstrecke Feldhase seit 1985 (©LfL)

Das nebenstehende Diagramm gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die Streckenentwicklung des Feldhasens in Bayern. Mit Daten seit 1985 haben wir hier für Sie eine Zusammenstellung aufbereitet.

Lebensraum und Lebensweise

Feldhase versteckt sich im GrasZoombild vorhanden

©Karl-Heinz Liebisch/Pixelio.de

Als anpassungsfähiger Kulturfolger ist der Feldhase vor allem in der offenen Agrarlandschaft zuhause. Der ursprüngliche Steppenbewohner findet hier den Lebensraum, an den er sich im Laufe der Evolution angepasst hat. Obwohl es sein Name nicht verrät, besiedelt er, in geringerer Anzahl, auch Wälder, Wald-Feld-Gebiete, Moore oder Almen. In seinem deckungsarmen Lebensraum mit vielen Äckern und Wiesen, sucht er Schutz in der "Sasse". Dabei handelt es sich um eine kleine Erdkuhle, die er zur Rast nutzt. Bei Gefahr drückt er sich flach hinein und wird so nahezu unsichtbar. Um Feinde in der offenen Landschaft frühzeitig zu erkennen, "sichert" der Hase gerne. Dabei richtet er den Kopf und Oberkörper auf und stellt sich auf die Hinterläufe. In dieser Position können Hasen lange verharren und bei Gefahr blitzartig die Flucht ergreifen.

Ernährung

zwei Feldhasen am HorizontZoombild vorhanden

©Grey59/Pixelio.de

Wild- und Kulturpflanzen stehen auf dem Speisezettel des Feldhasen ganz oben. Vor allem Kräuter, Klee, Gräser und Getreide haben es ihm angetan, aber auch Knospen und Triebe von Gebüschen und Bäumen verschmäht er nicht. Seine Nahrung findet er somit vor allem auf Äckern und Wiesen. Mit der landwirtschaftlichen Ernte im Spätsommer verschwindet vielerorts ein Großteil der klassischen Hasennahrung. Hierauf können Feldhasen gut reagieren, indem sie beispielsweise ihren Aktionsraum vergrößern, um an genügend Nahrung heran zu kommen. Ackerränder, Hecken sowie Brachen oder Blühflächen bieten dem Hasen das ganze Jahr über wertvolle Nahrung und Deckung und sind deshalb wichtige Lebensräume. Bayern bietet für die Verbesserung der Lebensräume einen speziellen Beratungsservice an.

Wildlebensraumberatung in Bayern

Jagdliche Begriffe

Unter Jägern haben sich im Laufe der Zeit unter anderem folgende Begriffe etabliert:

  • Häsin: weiblicher Feldhase
  • Rammler: männlicher Feldhase
  • Sasse: Erdmulde als Schlaf- oder Ruheplatz
  • Seher: Auge
  • Löffel: Ohren
  • Läufe: Beine
  • Sprünge: Hinterbeine
  • Balg: Fell
  • Wolle: Haare
  • Blume: Schwanzspitze

Jagd und Management

Feldhase krankZoombild vorhanden

©Gabriele Planthaber/Pixelio.de

Die Anzahl der Feldhasen hat in den letzten Jahrzehnten abgenommen, ist aber noch groß genug, weshalb eine eigenverantwortliche Bejagung durch die Jagdrevierinhaber weiterhin zulässig ist. Feldhasen haben in Bayern Schonzeit von 1. Januar bis 15. Oktober. In diesem Zeitraum dürfen sie nicht bejagt werden.
Der generelle Rückgang des Feldhasen hat unterschiedliche Gründe und hängt stark mit unseren eigenen Nutzungsansprüchen an die Kulturlandschaft zusammen, die wir als Wirtschaftsfaktor, Erholungsraum und als Lebensraum für uns Menschen (u.a. Siedlungsbau, Infrastruktur) auf immer vielfältigere Art und Weise in Anspruch nehmen.