Graugans

Graugans schwimmend seitlich

©Janko, C.

Graugänse sind Zugvögel, die aus ihren Brutgebieten im Norden Europas in ihre Überwinterungsgebiete an der Nordküste Afrikas fliegen. In Bayern brüteten sie vor 1950 nicht. In den 1950er Jahren wurden wilde Graugänse in Bayern ausgesetzt. Seither breiten sie sich immer intensiver aus, haben allerdings ihr Zugverhalten weitgehend abgelegt.

Erscheinungsbild

Graugansfamilie
Innerhalb der Gattung der grauen Gänse besitzt die Graugans das hellste Gefieder. Charakteristisch ist vor allem der helle Kopf mit dem kräftigen, keilförmigen Schnabel. Wenn sie nicht gerade ruhen oder auf dem Wasser schwimmen ist das beste Erkennungsmerkmal die Farbe der Füße: diese sind blass rosa und nicht orange wie bei Bläss- oder Saatgans. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nicht. Jung- und Altvögel kann man gut an der Farbe der verhornten Schnabelspitze, des sogenannten Nagels, unterscheiden: Jungvögel haben einen dunklen und Altvögel einen weißlichen Nagel.
Graugänse sehen und hören hervorragend und die Mitglieder einer Familie oder Gruppe stehen ständig über Rufe oder schnatternde Soziallaute miteinander im Kontakt. Ausgewachsene Vögel wiegen 3 bis 4 Kilogramm. Das typische Flugbild einer Gänseschar ist die Keilformation, die aus aerodynamischen Gründen gebildet wird.
Gelege einer Graugans

©Janko, C.

Küken

©Alexander Erdbeer-Fotolia.com

Gössel am Sandstrand

©Janko, C.

Graugans stehend im Wasser

©Janko, C.

Graugans steckt Kopf in Gefieder

©Janko, C.

Grauganshybrid am Ufer

©Janko, C.

Graugans mit Sender

©Janko, C.

Graugänse fliegen von einem Feld ab.

©Janko, C.

Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Anser anser
  • Gewicht: bis 4 kg
  • Größe: bis 70 cm Schulterhöhe, Flügelspannweite bis 180 cm
  • Alter: bis 20 Jahre
  • Geschlechterunterschied: kein deutlicher
  • Gelege: 4 - 9 (12) Eier; ein Gelege je Jahr

Die Stimme der Graugans

Graugänse an Uferpromenade

©Janko, C.

Hier hören Sie typische Lautäußerungen von Graugänsen. An dieser Stelle konnten wir dieses "Geschnatter" für Sie integrieren.

Autor: Tembrock, Günter / Tierstimmenarchiv Berlin

Graugänse in Bayern

Die interaktive Karte ermöglicht Ihnen einen Blick auf jagdliche Daten. Dargestellt sind das Bundesland Bayern mit seinen Landkreisen und die jagdliche Strecke (erlegtes Wild und Fallwild) in den Landkreisen. Je dunkler die Färbung, umso höher ist die jagdliche Strecke.
Verwendung der Karte und Datenherkunft
Im grauen Kasten auf der linken Seite gelangen Sie zur Datenbankrecherche. Dort entscheiden Sie selbst welche Daten Sie sehen möchten. Seien es Regierungsbezirke, Landkreise, Hegegemeinschaften, letztes oder länger zurück liegendes Jagdjahr. Durch Auswahl eines oder mehrerer Kriterien wird die Kartendarstellung geändert.
Den Kartenausschnitt verändern Sie durch Bewegen des Mausrads oder den Gebrauch der "+" und "-" Symbole. Klicken Sie auf einen Landkreis, erhalten Sie Detailinformationen zur Jagdstrecke dieses Landkreises.

In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist, z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter, eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Das StMELF erhebt diese Daten und stellt sie in dieser Art und Weise erstmalig zur Verfügung.
Was sind Hegegemeinschaften?
Die Revierinhaber von zusammenhängenden Jagdrevieren, die einen bestimmten Lebensraum für das Wild umfassen, können eine Hegegemeinschaft bilden, um eine ausgewogene Hege der vorkommenden Wildarten und eine einheitliche großräumige Abschussregelung zu ermöglichen (§ 10a Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes).

Aufgaben der Hegegemeinschaften (Art. 13 BayJG) Externer Link

Streckenentwicklung

Liniendiagramm Graugans Abschusszahlen bis 2016Zoombild vorhanden

Gesamtstrecke seit 1985 (©LfL)

Das nebenstehende Diagramm gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die Streckenentwicklung der Graugänse in Bayern. Mit Daten seit 1985 haben wir hier für Sie eine Zusammenstellung aufbereitet.

Management von Wildgänsen (LfL) Externer Link

Gruppe Menschen steht auf einer Wiese im Kreis und diskutiert.
Mit der Bürgerplattform "Wildtiere in Bayern" (kurz: WilTiB) entsteht eine Arbeitsoberfläche für regionale AGs.
Diese Kommunikationsplattform ist ein zugangsgeschützter Bereich und steht regionalen Arbeitsgemeinschaften als webbasiertes Melde- und Monitoringsystem zu Themen rund um die Jagd zur Verfügung. Ziel ist es, Landwirte, Jäger und Jagdgenossen auf Augenhöhe zusammenzubringen, um vor allem Wildschadensprobleme gemeinsam anzugehen und zu lösen.

Lebensraum und Lebensweise

Grau- und Kanadagänse mit Jungtieren auf Wiese am See.Zoombild vorhanden

©Janko, C.

Wie alle Gänse sind Graugänse auf Stillgewässer, auf denen sie nachts oder auch tagsüber geschützt ruhen können, angewiesen. Im Umkreis um die Rastgewässer (bis 10 km Entfernung) benötigen sie zur Nahrungssuche offenes Grünland. Da sie während der Zeit der Jungenaufzucht flugunfähig sind, werden deckungsreiche Gewässer, z.B. mit größeren Schilfbeständen, bevorzugt. Bei uns kommen Graugänse sowohl in offenen Landschaften mit Seen, Teichen und anderen Stillgewässern aber auch in städtischen Bereichen (Parkanlagen mit Gewässern) vor.
Graugänse zeigen eine große Partnertreue, verpaaren sich jedoch bei Verlust des Partners neu. Das Weibchen brütet im Frühjahr 4 – 9 Eier aus, während sich das Männchen in der Nähe des Nestes aufhält und sein Weibchen bewacht. Trotzdem gehen meist über die Hälfte der Gelege durch Fressfeinde oder durch Störungen am Brutplatz verloren. Nach 2 Monaten haben die Jungen (Gössel) den gefährlichsten Lebensabschnitt überstanden. Sie sind nun flugfähig und bleiben noch bis zum nächsten Frühjahr im Schutze ihres Familienverbandes, ehe sie selbstständig werden.

Ernährung

Maisfeld mit ausgezupften MaispflanzenZoombild vorhanden

©Janko, C.

Graugänse ernähren sich überwiegend von Gräsern. Kurzrasige, gut gedüngte und damit eiweißreiche Grünflächen sind deshalb sehr beliebt. Zudem fressen sie Kräuter, Wasserpflanzen, Klee aber auch Raps, Mais und frische Getreidesprossen. Gräser sind relativ nährstoffarm und daher müssen Gänse viel Gras aufnehmen, um ihren Nahrungsbedarf zu decken. Das kann lokal zu Fraßschäden und Problemen mit Verkotung führen.

Graugänse im Jahresverlauf

Durch folgende Grafik können Sie sich über die wichtigsten Aktivitäten der Graugänse im Jahresverlauf informieren. Fragen zur Dauer der Mauser oder Aufzuchtzeit der Jungen werden hier beantwortet. Im Diagramm dargestellt sind die Kernzeiten der jeweiligen Aktivitäten.

Liniendiagramm der Aktivitäten der Graugänse im Jahresverlauf

Graugänse brüten von März bis Ende April. In das Nest werden 4 bis 9 Eier gelegt, die 28 Tage bebrütet werden. In der Regel wird nur einmal im Jahr eine Brut aufgezogen. Nach ungefähr 2 Monaten sind die Jungen flügge, jedoch selbstständig erst im nächsten Jahr (Februar).
Der jährliche Wechsel der Federn (Mauser) findet schwerpunktmäßig in den Monaten Mai und Juni statt. In dieser Zeit sind die Vögel 3,5 bis 4 Wochen flugunfähig.

Jagdliche Begriffe

Für die Gänse werden unter den Jägern folgende Begriffe verwendet:

  • Ganter: männliches Tier
  • Gans: weibliches Tier
  • Gössel: Gänseküken
  • Gelege: Eier bzw. Eier mit Nest
  • Mauser: Wechsel / Erneuerung der Federn
  • Ständer: Beine

Jagd

Die Jagd auf Gänse spielt in Bayern eine immer größere Rolle. Wegen der sprichwörtlichen Aufmerksamkeit der Gänse ist die Jagd aber auch schwierig. So wie sich die Graugänse seit den 50er Jahren immer stärker in Bayern ausbreiten, steigen auch die Jagdstrecken (= Anzahl geschossener Gänse) in den letzten Jahren kontinuierlich an.
Die Graugans hat in Bayern Schonzeit vom 16. Januar bis zum 31. Juli.

Management von Wildgänsen (LfL) Externer Link

Weitere Gänsearten im Wildtierportal