Letzte Änderung: 15.05.2020
Aktuelle Informationen zu Corona und Jagd


Es handelt sich um allgemeine Auskünfte, die sich auf die jeweils aktuell bekannte Sachlage und die aktuell geltende Fassung der Vierten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung beziehen.

Die Sach- und Rechtslage kann sich allerdings sehr schnell ändern. Die Hinweise werden je nach Sachstand schnellstmöglich aktualisiert und um weitere Themen ergänzt.

Hinweise zur Zulässigkeit der Jagd

Der Aufenthalt mehrerer Personen im öffentlichen Raum ist so zu gestalten, dass er höchstens den Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister sowie Angehörige eines weiteren Hausstands umfasst.

Jeder wird angehalten, die physischen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Wo immer möglich, ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 Metern einzuhalten und Gruppenbildung ist grundsätzlich zu vermeiden.

Jagen - allein oder mit den oben genannten Personen - ist damit möglich, gemeinschaftliches Jagen mit mehr als den genannten Personen ist demnach nicht zulässig. Jeder Jäger muss dafür Sorge tragen, dass jagdliche Handlungen insbesondere „nach dem Schuss“ (z.B. Nachsuche, Wildbergung, Wildversorgung, Trichinenprobe, Radiocäsium-Untersuchung oder Abgabe von Wildbret) ausschließlich allein oder mit den oben genannten Personen erfolgen können. Wo immer möglich, ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu Dritten (z. B. zu Spaziergängern im Revier) einzuhalten. Schon vor der Jagdausübung sind solche Faktoren vorausschauend und verantwortungsvoll zu bedenken. Unter den gleichen Maßgaben ist es möglich, dass verschiedene Personen, die nicht zu den oben genannten Personen gehören, zeitgleich, ohne physischen Kontakt und ohne jegliche Gruppenbildung im Revier die Jagd ausüben.

Die Unfallverhütungsvorschriften der SVLFG (Teil 4.4 „Jagd“) sind strikt zu beachten. U.a. gilt Folgendes: „Bei einer mit besonderen Gefahren verbundenen Jagdausübung ist ein Begleiter zur Hilfeleistung mitzunehmen. Besondere Gefahren können sich ergeben z. B. durch Witterungs-, Gelände- und Bodenverhältnisse, vor allem im Hochgebirge, auf Gewässern und in Mooren oder bei der Nachsuche auf wehrhaftes Wild.“ Dabei ist zu beachten, dass nur die oben genannten Personen mitgenommen werden dürfen und möglichst der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss. Auch die Nachsuche auf verletztes oder krankes Wild, die dem Versorgen und der Vermeidung von unnötigem Leid der Tiere dient, ist unter Zuhilfenahme der oben genannten Personen sowie unter Beobachtung der Mindestabstände zulässig. Damit wird dem Tierschutz und den Unfallverhütungsvorschriften Rechnung getragen. Ein „nettes Zusammenkommen“ von weiteren Personen darf keinesfalls stattfinden.

Stand: 11.05.2020

Unfallverhütungsvorschriften der SVLFG Externer Link

Hinweise zum Verzehr von Wildbret oder zur Ansteckung über Bedarfsgegenstände

Bisher sind keine nachgewiesenen Fälle bekannt, bei denen sich Menschen durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem Coronavirus infiziert haben. Dasselbe gilt auch für eine Ansteckung über kontaminierte Gegenstände. Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Fleisch und Fleischprodukten sollten grundsätzlich eingehalten werden, auch im Hinblick auf andere möglicherweise enthaltene Krankheitserreger. Das Virus ist hitzeempfindlich. Ein etwaiges Risiko kann durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich verringert werden.

Stand: 14.05.2020

Weiterführende Informationen zu den Übertragungswegen des neuartigen Coronavirus finden Sie hier:

Webseite des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Externer Link

Hinweise zur Bayerischen Jägerprüfung

Aufgrund der aktuellen Sachlage zum Coronavirus werden alle drei Teile (schriftlicher, mündlicher und praktischer Teil) der bayerischen Jägerprüfung 2020/2 abgesagt.

Zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten und um einer weiteren Ausbreitung des Virus wirksam vorzubeugen, ist dieser Schritt unumgänglich.

Wir bitten vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Verantwortung und im Interesse der Gesundheit der Prüflinge, der Angehörigen, aber auch aller Prüferinnen und Prüfer sowie Ausbilderinnen und Ausbilder um Verständnis für die Absage. So schnell wie vertretbar, wird die Prüfung wieder durchgeführt.

Stand: 24.03.2020

Hinweis zur Verlängerung von Jagdscheinen durch die Kreisverwaltungsbehörden

Die Jagd stellt einen wichtigen Allgemeinwohlbelang dar, weil u .a. die Regulation des Schwarzwildes als wichtige Aufgabe der Seuchenprävention (Afrikanische Schweinepest) gewährleistet sein muss oder die Schaffung von waldangepassten Schalenwildbeständen einen unverzichtbaren Beitrag für den Waldumbau leistet. Ohne die Jägerinnen und Jäger in Bayern können diese für die Gesellschaft wichtigen und aktuellen Herausforderungen nicht gelöst werden. Weiter ist der Jagdschein entscheidend für die Jagdpachtfähigkeit. Außerdem ist der Bezug zum Waffenrecht zu berücksichtigen.

Angesichts der aktuellen Belastungen der Kreisverwaltungsbehörden halten wir es für grundsätzlich vertretbar, Anträge auf Verlängerung des Jagdscheines in schriftlicher Form und ohne persönliches Erscheinen abzuwickeln.

Wir bitten um Verständnis, dass die Ersterteilung weder im reinen Schriftverfahren noch prioritär von den unteren Jagdbehörden behandelt werden kann.

Dies stellt eine pragmatische Lösung im Hinblick auf das Allgemeinwohlinteresse dar, ohne die innere Sicherheit hinten anzustellen.

Stand: 20.03.2020

Hinweise zu „Arbeiten“ im Jagdrevier, Kitzrettung

Revierarbeiten, z.B. Hochsitzbau, Anlegen von Pirschwegen und Maßnahmen der Biotopverbesserung, sind wie die Jagdausübung auch alleine, mit Angehörigen des eigenen Hausstands, Ehegatten, Lebenspartnern, Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandten in gerader Linie, Geschwistern sowie Angehörigen eines weiteren Hausstands zulässig. Je nach Tätigkeit sind die allgemeinen Unfallverhütungsvorschriften zu beachten. Alleinarbeit ist bei motormanueller Aufarbeitung nicht zulässig.

Maßnahmen der Kitzrettung, wie z. B. Absuchen von Wiesen, Aufstellen von Wildscheuchen oder Drohnenflüge, die dem Versorgen und der Vermeidung von unnötigem Leid der Tiere dienen, sind unter Zuhilfenahme der oben genannten Personen zulässig. Soweit möglich, ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Bei größeren Wiesen kann es sich anbieten, Teilflächen systematisch in kleinen Teams der oben genannten Personen abzusuchen. Auch hier sollte zu jeder Zeit der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden und es darf keine Gruppenbildung entstehen. Damit wird dem Tierschutz umfassend Rechnung getragen.

Ein „nettes Zusammenkommen“ von mehreren Personen darf keinesfalls stattfinden.
Stand: 11.05.2020

Hinweise zum Ein- und Anschießen auf Schießständen

Korrekt justierte und funktionierende Zieloptiken auf Jagdwaffen sind für eine tierschutz- und waidgerechte Jagdausübung unabdingbar. Das Ein- und Anschießen von Jagdwaffen auf Schießständen zu Kontroll- oder Einstellzwecken ist insbesondere vor dem Beginn der Jagdsaison am 1. Mai gängige Praxis bei der Jägerschaft.

Aus diesem Grund können grundsätzlich auch die Schießanlagen für den Personenkreis der Jäger und ausschließlich zum Ein- und Anschießen von Jagdwaffen öffnen. Dabei ist sicherzustellen, dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Beteiligten eingehalten werden kann. Grundsätzlich gilt eine Maskenpflicht. Es ist ein Schutz- und Hygienekonzept sowie ein Parkplatzkonzept auszuarbeiten, falls Parkplätze zur Verfügung stehen. Die einzelfallweise Prüfung und Festlegung der Voraussetzungen erfolgt durch das örtlich zuständige Gesundheitsamt auf Grundlage des durch den Schießstandbetreiber vorgelegten Schutz- und Hygienekonzepts.

Die Regelungen finden zunächst Anwendung bis einschließlich 15.06.2020.

Stand: 13.05.2020

Hinweise zu Jagdhunden

Das tägliche „Gassigehen“ mit dem eigenen Jagdhund oder den eigenen Jagdhunden allein, mit Angehörigen des eigenen Hausstands, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandten in gerader Linie, Geschwistern sowie Angehörigen eines weiteren Hausstands ist gestattet. Zu anderen Menschen ist, wo immer möglich, ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Insoweit ist unter den aktuellen Umständen besondere Sorgfalt bei der Führung und Überwachung des Jagdhundes geboten.

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen oder bei der Verbreitung des Virus eine Rolle spielen. Gesunde Personen müssen den Kontakt zu Haustieren gemäß den derzeit verfügbaren Informationen nicht einschränken. Beim Umgang mit Haustieren gelten ganz grundsätzliche Hygieneempfehlungen (wie gründliches Händewaschen mit Seife), um unabhängig von SARS-CoV-2 das Risiko einer Erregerübertragung zwischen Mensch und Haustier zu minimieren.

Jagdhunde: Weiterführende Informationen zum Umgang mit Haus- und Nutztieren finden sich auf der FAQ- Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts:

Friedrich-Loeffler-Institut: Informationen zum Umgang mit Haus- und Nutztieren Externer Link

Hundeschulen wie auch Kreisgruppen der Jägerschaft, insbesondere des Bayerischen Jagdverbandes, dürfen Hundekurse für die Ausbildung von Jagdhunden und die Vorbereitung der Brauchbarkeitsprüfung anbieten. Dabei sind die Vorgaben der 4. BayIfSMV zu beachten. Demnach ist sicherzustellen, dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Beteiligten eingehalten werden kann. Es ist ein Schutz- und Hygienekonzept sowie ein Parkplatzkonzept auszuarbeiten, falls Parkplätze zur Verfügung stehen. Auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde sind die entsprechenden Konzepte vorzulegen. Grundsätzlich gilt eine Maskenpflicht, die allerdings bei der direkten Arbeit mit dem Hund, aus Gründen der sachgerechten Ausbildung, entfallen kann (u. a. Mimik des Hundeführers oder der Hundeführerin). Auch deswegen muss der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen zwingend eingehalten werden.
Damit wird insbesondere die jagdrechtliche Vorgabe sichergestellt, dass für bestimme Jagdarten sowie für die Nachsuche brauchbare Jagdhunde vorhanden sind. Das dient in besonderer Weise auch einer tierschutzgerechten Jagd.

Stand: 11.05.2020