Hochsitz an Wiese mit weitem Blick bis zu entfernt gelegenem Dorf

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Jagdrecht in Bayern

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©shoot4u-Fotolia.com

In unserem Kulturkreis sollen Wildarten als Mitgeschöpfe nur aus vernünftigem Grund getötet werden. Das Jagdrecht sorgt für den gesetzlichen Rahmen, in dem die Jagd ausgeübt werden darf. Bei der Jagd und dem Wildtiermanagement nimmt der verantwortliche Mensch nicht nur Rechte war, er muss auch Pflichten erfüllen.
So umfasst das Jagdrecht die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet Wildarten zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen. Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden.
Aus dem Bayerischen Jagdgesetz, Art. 1 Gesetzeszweck: Die freilebende Tierwelt ist wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Sie ist als Teil des natürlichen Wirkungsgefüges in ihrer Vielfalt zu bewahren.

Aktueller Stand zur Verwendung von halbautomatischen Jagdlangwaffen bei der Jagd

Bundesadler mit Schriftzug: "Bundesverwaltungsgericht, im Namen des Volkes, Urteil."
Das Urteil des Bundesverwaltungsgericht vom 07.03.2016 hat völlig überraschend die bisherige Verwaltungspraxis zum Umgang mit halbautomatischen Jagdlangwaffen bei der Jagd in Frage gestellt. Nach dem Urteil würden unter das Verbot des § 19 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c) BJagdG bereits dann halbautomatische Jagdlangwaffen fallen, wenn diese ein Magazin aufnehmen können, das mehr als zwei Patronen fassen kann. Somit begründe bereits die potentielle Eignung der Waffe, ein größeres Magazin aufnehmen zu können, das Verbot die Waffe zur Jagd zu verwenden. Eine abschließende rechtliche Klärung der Auswirkungen läuft derzeit auf Bundesebene.

Betroffen von diesem Urteil sind nicht:

  • Halbautomatische Pistolen
  • Halbautomatische Selbstladebüchsen mit fest eingebautem Magazin mit maximalen Fassungsvermögen von zwei Patronen
  • Halbautomatische Selbstladeflinten mit feststehendem Röhrenmagazin mit maximalen Fassungsvermögen von zwei Patronen

Zum Erwerb und Besitz gilt: Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr hat mit Schreiben vom 08.03.2016 die Waffenbehörden dahingehend aufgefordert,

  • vorerst keine Waffenerlaubnisse für die vom Urteil des Bundesverwaltungsgericht betroffenen Waffen zu erteilen,
  • bereits wirksam erteilte Waffenerlaubnisse aber im Hinblick auf die noch nicht abgeschlossene Auswertung entsprechend § 45 Abs. 3 WaffG vorerst nicht zu widerrufen.
Zum Führen von halbautomatischen Waffen bei der Jagd gilt bis zur abschließenden Lösung:
Das Bundesministerium des Innern wie auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft raten bis zur abschließenden Klärung der Auswirkungen des BVerwG-Urteils von einer Verwendung der betroffenen Waffen ab. Dieser Empfehlung schließt sich das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an.
Auf eine baldige rechtliche Klarstellung im Sinne der bisherigen, bewährten Praxis wirkt das Staatsministerium nachdrücklich hin.

Gesundheitsschutz durch Schalldämpfer jetzt möglich

Menschlicher Kopf mit Hand am Ohr

©A. R. / pixelio.de

Durch den Schussknall bei der Jagdausübung können gesundheitliche Beeinträchtigungen beim Hörvermögen ausgelöst werden.
Gehörschutz am Ohr ist nicht für alle Jäger und Jagdarten geeignet. Außerdem wird dadurch das Problem der Umweltbelastungen (Treiber, Hundeführer, Hunde, Anwohner, Erholungsverkehr etc.) nicht reduziert.
Mit der Verwendung von Schalldämpfern wird die gesundheitliche Gefährdung, die bei der Abgabe eines Schusses entsteht, verringert. Der Schussknall wird hierbei nicht völlig, aber um 20 bis 30 Dezibel verringert. Durch diese Reduzierung wird eine für den Gesundheitsschutz entscheidende Lärmschwelle unterschritten.
Im Rahmen einer verfassungskonformen Auslegung der jagd- und waffenrechtlichen Bestimmungen werden ab sofort Anträge von Jägern aus Gründen des Gesundheitsschutzes genehmigt. Es genügt ein schriftlicher Antrag wie er nachfolgend heruntergeladen werden kann.

Für die Genehmigung gilt:

  • Örtlich zuständig ist im Regelfall die Kreisverwaltungsbehörde, in deren Bezirk die Antragsteller ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben (Art. 3 Abs. 1 Nr. 3 a BayVwVfG, Art. 49 BayJG). Hat der Antragsteller seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort außerhalb Bayerns, ist die Kreisverwaltungsbehörde zuständig, in deren Bezirk der Antragsteller die Jagd ausübt (Art. 3 Abs. 1 Nr. 4 BayVwVfG).
  • Eine Genehmigung ist i.d.R. unbefristet erteilt.
  • Ein Eintrag in den Jagdschein erfolgt nicht. Es ist nicht erforderlich, dass der jagdrechtliche Genehmigungsbescheid bei der Jagdausübung mitgeführt wird.
  • Der Geltungsbereich der jagdrechtlichen Genehmigung erstreckt sich auf Bayern. Die Verwendung von Schalldämpfern ist in den Jagdgesetzen der anderen Bundesländer unterschiedlich geregelt. Es empfiehlt sich ggf. den Einsatz dort vorab zu klären.
  • Zusätzliche Nachweise, wie z.B. ein ärztliches Attest, sind nicht erforderlich.

Bejagungszwang und Pflichtmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft

EGMR

©Council of Europe Credits

Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte

Am 26.06.2012 hat die Große Kammer des EGMR im Verfahren Herrmann gegen Deutschland geurteilt, dass das deutsche Reviersystem teilweise gegen die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verstößt. Die Richter stellten fest, dass der Schutz des Eigentums durch Bejagungszwang und Pflichtmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft verletzt ist.   Mehr

Bleihaltige Schrote

Hinweis: Verbot der Verwendung bleihaltiger Schrote
Mit der Änderung der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes (AVBayJG) vom 01. April 2004 wurde auch ein Verbot der Verwendung bleihaltiger Schrote bei der Jagd auf Wasserfederwild an und über Gewässern mit entsprechender Bußgeldvorschrift eingeführt. Diese Regelung trat am 01. April 2007 in Kraft.

Wir bitten Sie deshalb z. B. bei der Munitionsbeschaffung zu beachten, dass seither bei der Jagd auf Wasserfederwild die Verwendung bleihaltiger Schrote an und über Gewässern nicht mehr zulässig ist.
Weitere Grundsätze des Jagdrechts
Das Jagdrecht auf einem Grundstück steht der Person zu, in dessen Eigentum das Grundstück steht, wobei das Jagdrecht nur in entsprechend großen Jagdbezirken ausgeübt werden darf, die entweder Eigenjagdbezirke oder gemeinschaftliche Jagdbezirke darstellen.
Zur Jagdausübung als solches gehören das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen von Wildarten. Nur der Jäger darf sich dabei auch kranke oder verendete Wildarten, die dem Jagdrecht unterliegen, sowie Eier von Federwild oder Geweihstangen aneignen.
Das Ziel unserer Jagdgesetze ist es, einen artenreichen und gesunden Wildbestand in einem ausgewogenen Verhältnis zu seinen natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen des Wildes zu sichern und zu verbessern.
Dabei sollen Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung durch das Wild möglichst vermieden werden. Insbesondere soll die Bejagung die natürliche Verjüngung der standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen.